Prozess

Angriff auf Journalisten: Strafe bleibt unter Forderung

Gerichtsakten
Ein Staatsanwalt steht vor einem Stapel Gerichtsakten.
Christian Charisius/dpa/Symbolbild

Im Prozess um einen Angriff auf Journalisten in Thüringen sind zwei Männer vom Landgericht Mühlhausen zu Strafen verurteilt worden, die deutlich niedriger geblieben sind als von der Anklage gefordert. Bei dem Übergriff 2018 in der Region Fretterode waren zwei Journalisten aus Göttingen schwer verletzt worden. Die Vorsitzende Richterin sagte am Donnerstag bei der Urteilsbegründung, die Kammer habe nicht feststellen können, dass es sich bei der Tat um einen gezielten Angriff auf Journalisten gehandelt habe. Der jüngere der beiden Männer wurde zum Ableisten von 200 Arbeitsstunden verurteilt, der ältere Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, die auf Bewährung ausgesetzt wurde.

Im Zuge der Hauptverhandlung habe sich nicht klar ergeben, dass die Angeklagten die beiden Angegriffenen als Pressevertreter erkannt hätten. Vielmehr gehe die Kammer davon aus, dass sie diese als Angehörige der linken Szene identifiziert hätten. Dafür spreche unter anderem, dass die Angeklagten die Angegriffenen während des Übergriffs als Zecken bezeichnet hätten, sagte die Vorsitzende Richterin. Einer der Journalisten verließ aus Protest gegen das Urteil und dessen Begründung noch während der Ausführungen der Vorsitzenden Richterin den Saal.

Mit dem Urteil blieb das Gericht deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft: Diese hatte für den jüngeren der beiden Angeklagten eine Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, gefordert. Für den älteren der beiden Angeklagten plädierte der zuständige Staatsanwalt auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten.