9. Januar 2019 - 7:40 Uhr

Magnitz selbst spricht von "Mordanschlag"

Der brutale Überfall auf den Bremer AfD-Chef Frank Magnitz sorgte für Entsetzen. Der Bundestagsabgeordnete war nach einem Neujahrsempfang von Angreifern überrascht und schwer verletzt worden. Magnitz selbst bezeichnete den Angriff im Interview mit RTL als "Mordanschlag". Die Polizei Bremen gab jetzt allerdings bekannt, dass der Angriff anders abgelaufen sein könnte als zunächst von der Bremer AfD geschildert.

Gesichtetes Videomaterial lässt Zweifel an AfD-Darstellung aufkommen

Die AfD Bremen hatte den Vorfall in einer Pressemitteilung auf ihrer Facebookseite öffentlich gemacht. In der Mitteilung heißt es, der 66-Jährige sei mit einem Kantholz niedergeschlagen worden. Die Polizei konnte nach einer ersten Auswertung von Überwachungsmaterial jedoch keinen Einsatz eines Schlaggegenstandes feststellen.

Auch an der Darstellung der AfD, die Täter hätten den bereits am Boden liegenden Magnitz noch getreten, gibt es Zweifel. "Gesicherte Aufnahmen zeigen zwei Personen, die sich dem 66-Jährigen von hinten näherten, eine dritte lief versetzt dahinter. Einer der Unbekannten schlug den Bremer von hinten nieder, woraufhin der Mann stürzte. Der Abgeordnete erlitt eine stark blutende Kopfverletzung. Anschließend flüchtete das Trio vom Ort des Geschehens", heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. Es gebe auf dem Material keine Tritte auf einen am Boden Liegenden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem Nachrichtenmagazin "Spiegel Online".

Magnitz selbst erinnert sich nicht an den Vorfall

Frank Magnitz selbst sagt, er habe keinerlei Erinnerung an den Angriff. "Kurze Zeit danach setzt dann die Erinnerung wieder ein. Aber den eigentlichen Vorfall weiß ich nicht", sagte er im Interview. Die Behörden ermitteln jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung. Zuvor war von einem versuchten Tötungsdelikt ausgegangen worden.