2019 M01 11 - 20:28 Uhr

Dicke Überraschung in Kopenhagen

Die Handball-WM 2019 hat ihre erste kleine Sensation: Der absolute Underdog Angola besiegte am Freitag den ehemaligen Vize-Weltmeister Katar in Kopenhagen total überraschend mit 24:23 (12:8).

Angola ärgert Katar

Das ist eine faustdicke Überraschung! Für die Angolaner war es gar erst der zweite Sieg bei der vierten WM-Teilname. Den letzten Sieg feierten die Afrikaner 2005 gegen Kanada. Und es ist keine Übertreibung zu sagen: Siege sind sie in Angola beim Handball-Großturnier nicht gewohnt: Bei der vergangenen WM in Frankreich hatte das Team mit sieben Pleiten in sieben Spielen den letzten Platz belegt. Diesmal gibt's direkt den Traumstart in die WM.

Und er war der Erfolgsgarant: Rome Hebo schwang sich beim Dritten der Afrikameisterschaft mit sieben Treffern zum Mann des Tages auf. Der Außenseiter führte Mitte der zweiten Halbzeit schon mit 17:13, doch Katar setzte zu einem Schlussspurt an, zog sogar mit 23:22 vorbei. In der dramatischen Endphase drehten aber die Angolaner erneut die Partie zum 24:23-Endstand, der entscheidende Siegtreffer fiel quasi mit der Schlusssirene.

Druck auf Katar steigt

Damit erhöht sich jetzt schon der Druck auf Katar in der Gruppe D. Schlagzeilen machte Katars handballverband vor vier Jahren: Bei der Heim-WM 2015 war das Emirat mit hochklassigen Spielern angetreten, die ursprünglich mal bei anderen Verbänden gespielt hatten. Dem Verband wurde damals vorgeworfen, sich eine schlagkräftige Truppe "zusammenzukaufen". Bei den vergangenen beiden WM-Turnieren war für die deutschen Handballer jeweils gegen Katar Schluss (2015 im Viertelfinale, 2017 im Achtelfinale).