Angetanzt: Trickbetrüger suchen Körperkontakt und schlagen dann zu

04. Juni 2014 - 19:41 Uhr

Polizei rät: Wertsachen sicher verstauen

Eine kesse Sohle an der Bus- oder Bahnhaltestelle: Tanzen ist gesund. Es macht nicht nur Spaß, sondern auch gute Laune. Was kann also an einem spontanen, fröhlichen Tänzchen mit Unbekannten beim Warten auf die Bahn oder den Bus falsch sein? Kriminelle nutzen diese positiven Eigenschaften nun, um Tanzwütige abzulenken. Sie suchen Körperkontakt zu ihnen und bestehlen sie dann.

Betrüger suchen Körperkontakt
An Bahn- und Bushaltestellen lauern die 'Antänzer'

Pünktlich zur Kriminalstatistik 2013, die von Innenminister Thomas de Maizière vorgestellt wurde, deckt die Kölner Polizei die neue Masche auf: "Give me five", sie nehmen die Opfer in den Arm, erzählen was von Ronaldo oder Podolski, tanzen mit ihnen auf der Straße", erklärt Sprecher Günther Korn. Die Betroffenen fänden das komisch, wüssten allerdings nicht, wie sie sich dagegen zur Wehr setzten sollen. Schneller als man denkt, werden Handy und Portemonnaie dann aus der Hosentasche gezogen.

Obwohl die Polizei viele Zivilfahnder einsetzt, die auch schon hunderte Trickbetrüger enttarnt haben, werden es immer mehr. Ihre Zielgruppe sind meist junge Leute. Dabei machen die Täter keinen Unterschied ob diese angetrunken oder nüchtern sind. Johannes Schubert fiel den Trickdieben in der Bahn zum Opfer: "Als wir aussteigen wollten, haben die uns umarmt. Wir haben uns aber nichts Böses dabei gedacht, sind ausgestiegen. Dabei haben sie mir wohl in die Tasche gegriffen, ohne, dass ich irgendwas gemerkt habe und mein Handy geklaut."

Das Handy und das Portemonnaie immer schnell griffbereit in der Hosentasche - davon rät die Polizei ab. Sie empfiehlt, Wertsachen sicher zu verstauen und im Fall der Fälle mit lauten Worten gegen die Diebe vorzugehen.