AKK folgt auf Ursula von der Leyen

Angela Merkel stellt die Weichen für die nächste Generation

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17. Juli 2019 - 8:11 Uhr

Ein Kommentar von Jutta Bielig, Leiterin des RTL-Hauptstadtstudios

Was für eine Wende! Auf Ursula von der Leyens Karriere hatte zuletzt in Berlin niemand mehr gewettet. Gestartet als mögliche Anwärterin auf das höchste Berliner Regierungsamt galt sie zuletzt als "lame duck". Und jetzt? Jetzt wird sie doch noch Merkels Nachfolgerin, nicht in Berlin, sondern in Europa. Wenn die Kanzlerin (spätestens) 2021 abtritt, wird von der Leyen als europäische Kommissionspräsidentin mit Trump, Putin und Co an den Konferenztischen der Mächtigen sitzen. Sie ist dann das Gesicht Europas.

Härtetest für AKK

Jutta Bielig, Leiterin RTL Hauptstadtstudio
Jutta Bielig, Leiterin RTL Hauptstadtstudio
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Was für eine Überraschung! Annegret Kramp-Karrenbauer, zuletzt ziemlich entzauberte CDU-Chefin, tritt nun doch ins Bundeskabinett  ein. Dabei hatte sie bei jeder Gelegenheit betont, dass sie sich voll und ganz um die Partei kümmern und keine Zeit für derlei Ämter habe. Jetzt also ihr Schachzug, mit dem sie sich in Position bringt und zugleich ihren Konkurrenten Jens Spahn fürs erste ausbremst. Der war schon als neuer Minister gemeldet worden, jetzt macht AKK es selber. Eng abgestimmt mit Merkel ist das eine Kampfansage an alle, die sie schon erledigt geglaubt haben.

Aber die Saarländerin geht ein hohes Risiko ein. Ihr fehlt die Erfahrung und manche ätzen schon hinter vorgehaltener Hand, mit dem Amt wolle man AKK endgültig erledigen. Selbst der Respekt der Truppe, die es leid ist, als Sprungbrett für Höheres missbraucht zu werden, ist ihr keineswegs sicher. Das wird ein Härtetest, für den es Mumm braucht. Eins muss man jedenfalls sagen: Feige ist  Kramp-Karrenbauer nicht. Wie beim Poker setzt sie jetzt alles auf eine Karte –" all in" im Bendlerblock, das Spiel ist eröffnet.

Feuertaufe ist geschafft

Ursula von der Leyen
Ursula von der Leyen ist neue EU-Kommissionspräsidentin
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Ursula von der Leyen hatte mit dieser Strategie Erfolg. Im neuen Amt kann die Vollbluteuropäerin von der Leyen jetzt mit Verve zum Neustart ansetzen. Dass sie für die Idee Europa brennt, hat sie in 33 leidenschaftlichen Redeminuten unter Beweis gestellt. Dabei ist ihr das Kunststück gelungen, ihre Zweifler zu überzeugen ohne ihre Anhänger zu verprellen. Es hätte auch schief gehen können, wie das knappe Ergebnis zeigt. Aber ihr ganz persönlicher Mut zu Europa inklusive Rücktritt vom Ministeramt hat sich am Ende ausgezahlt.

Mit der Entscheidung im Europaparlament in Straßburg einerseits und der Personalie in Berlin andererseits sind jetzt die Weichen gestellt für die Generation nach Merkel. Die eine hat ihre erste Feuertaufe geschafft, der anderen steht das erst noch bevor.