Gefahr nicht gebannt

"Lage ist ernst": Merkel und Söder warnen vor früher zweiter Corona-Welle

29. Juni 2020 - 9:07 Uhr

"Wir müssen wirklich aufpassen"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sind sich einig: Die Deutschen müssen aufpassen, in der Corona-Krise nicht leichtsinnig zu werden – sonst könnte eine frühe zweite Welle drohen. Beide warnen mit eindringlichen Worten. Mehr dazu zu im Video

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Merkel: "Wir vergessen es leicht"

"Die von dem Virus ausgehende Gefahr ist weiterhin ernst", sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Die Kanzlerin wiederholte explizit ihren Appell vom Anfang der Krise Mitte März: "Nehmen Sie es ernst, denn es ist ernst."

"Wir vergessen es leicht, weil Deutschland bislang einigermaßen gut durch die Krise gekommen ist, aber das heißt nicht, dass wir geschützt wären, dass die Gefahr gebannt wäre", betonte die Kanzlerin jetzt. "Dass dies nicht so ist, zeigen die sich aktuell rasant ausbreitenden regionalen Ausbrüche." Wenn es darum gehe, die Verbreitung des Virus einzudämmen, seien neben der Politik weiterhin alle Bürger gefragt. "Wir alle müssen es weiter als unsere gemeinschaftlich empfundene Verpflichtung verstehen, dass jeder und jede Einzelne unser aller Schicksal in der Hand haben, indem wir uns an die Regeln halten: Mindestabstand, Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Raum und Händewaschen."

"Ich gönn' allen ihre Ferien"

ARCHIV - 12.03.2020, Berlin: Markus Söder (CSU, l-r), Ministerpräsident von Bayern, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg, kommen zu einer Pressekonferenz nach dem Treffen der Bundeskanzler
Merkel berät in Telefonkonferenz mit Ministerpräsidenten
© dpa, Bernd von Jutrczenka, bvj pil

Markus Söder sagte mit Blick auf die regionalen Ausbrüche, in der vergangenen Woche sei "unglaublich viel passiert" Darum sei es unangebracht, darüber zu streiten, "ob diese Maßnahmen zuviel oder zu wenig sind" - sondern man müsse "handeln und entscheiden".Bayern habe darum entschieden, dass Touristen aus Risikogebieten zwar in bayerischen Hotels übernachten dürfen - aber nur mit einem negativen Corona-Test. Auch Experten sehen Reisen aus Corona-Hotspots kritisch. Auf Usedom waren bereits Urlauber aus Gütersloh abgewiesen worden und hatten hinterher ihrem Ärger Luft gemacht.

Söder sieht Bayern als "ein Vorreiter in Deutschland". Wer einen negativen Test habe, dürfe im Freistaat Urlaub machen, alle anderen sollten sich erstmal auskurieren. "Ich gönn' allen ihre Ferien", sagte Söder. "Aber auch da müssen wir aufpassen." Er betonte: "Corona bleibt tödlich."

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Keine Übernachtung ohne Corona-Test

Pünktlich zum Ferienbeginn im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen hatten die Chefs von Bundeskanzleramt und Staats- und Senatskanzleien der Länder am Freitag diesen Weg als einheitliches Vorgehen beschlossen.

Reisenden aus einem Kreis mit hohem Infektionsgeschehen dürfen nur dann in Hotels und Ferienwohnungen untergebracht werden oder ohne Quarantänemaßnahme in ein Land einreisen, wenn sie mit einem ärztlichen Attest nachweisen, dass sie keine Infektion haben.

Wie die Corona-Pandemie unser Reiseverhalten beeinflusst, lesen Sie hier.


Quelle: DPA/RTL.de

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