Angela Merkel bei Wahlkampfauftritt in Heidelberg mit Tomaten beworfen

05. September 2017 - 23:30 Uhr

Demonstranten stören Angela Merkels Auftritt auf dem Universitätsplatz

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist nach einem Wahlkampfauftritt in Heidelberg mit Tomaten beworfen worden. Schon während der Veranstaltung auf dem Universitätsplatz hatten Demonstranten versucht, ihren Auftritt mit Sprechchören und Trillerpfeifen zu stören.

Angela Merkel reagiert gelassen auf die Attacke

Bei der Tomaten-Attacke kurz nach dem Ende ihrer Rede am Dienstagnachmittag wurde die Bundeskanzlerin an der linken Hüfte von einigen wenigen Spritzern getroffen. Auch die neben ihr stehende Moderatorin der Veranstaltung, Claudia von Brauchitsch, bekam Sprizer ab. Angela Merkel ließ sich von dem Zwischenfall nicht provozieren: Gelassen reichte sie der Moderatorin ein Taschentuch. Zuvor hatten Demonstranten mit Trillerpfeifen und Zwischenrufen wie "Volksverräter", "Heuchler" und "Lügner" immer wieder versucht, Merkels Rede zu unterbrechen. Etwa 3.000 Menschen waren zum Universitätsplatz gekommen, um den Wahlkampfauftritt zu sehen.

Tomaten-Wurf auf Merkel: Täter bislang noch nicht ermittelt

Die Polizei bestätigte zwei zeitlich voneinander getrennte Tomatenwürfe Richtung Bühne. Wer für die Würfe verantwortlich ist, war zunächst unklar. Es sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden wegen Verdachts der versuchten Körperverletzung und versuchten Sachbeschädigung, sagte ein Sprecher. Es habe außerdem kleinere Rangeleien zwischen Gegnern und Anhängern von Angela Merkel gegeben. Von sechs Beteiligten seien die Personalien festgestellt worden.

Am Abend setzte die Bundeskanzlerin ihr Wahlprogramm wie geplant fort: Sie nahm an einer Podiumsdiskussion in Stuttgart teil - und trug dabei augenscheinlich denselben roten Blazer wie in Heidelberg.