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Angeklagter Nicolas K. legt Geständnis ab: "Klar, dass das Baby auch stirbt"

Er soll Maria K. aus Mordlust getötet haben: Der Angeklagte Nicolas K. ist in den Mordprozess mit einem Mittelfinger gestartet.
Er soll Maria K. aus Mordlust getötet haben: Der Angeklagte Nicolas K. ist in den Mordprozess mit einem Mittelfinger gestartet. © Crimespot

Angeklagter schildert grausame Details

Am Dienstag startete der Prozess rund um die getötete schwangere Maria K. aus Usedom. Direkt zum Auftakt hat der Hauptangeklagte Nicolas K. (19) in einem Geständnis die grausamen Details der Tat geschildert. Demnach spielte er bereits seit Jahren mit dem Gedanken, einen Menschen zu töten. Mit 19 Stichen tötete er schließlich Maria K., offenbar in vollem Bewusstsein, dass er damit auch ihr ungeborenes Kind umbringen würde.

Warum wurde ausgerechnet Maria zum Opfer von Nicolas K.?

20.08.2019, Mecklenburg-Vorpommern, Stralsund: Der 19-jähriger Angeklagte (2.v.l.) verbirgt im Gerichtssaal im Landgericht sein Gesicht. Für den Mord an der 18-jährigen Maria aus Zinnowitz auf Usedom müssen sich am selben Tag der 19- und ein 21-Jähri
Die beiden Angeklagten und ihre Verteidiger vor dem Gericht in Stralsund. Nicolas K. soll schon länger Mordpläne gehegt haben. © dpa, Stefan Sauer, sts fdt

Am Nachmittag des 18. März saß Nicolas K. nach eigener Aussage mit einigen Kumpels im Park. Er gilt als Haupttäter, sein Mitangeklagter Nico G. (21) soll ihm bei der Tat geholfen haben. Schon im Park habe er mehrere Bier getrunken, später auch Wodka-Cola, erzählt Nicolas K. Dann sei ihm plötzlich die Idee gekommen, jemanden umzubringen. Man habe sich dann schnell auf mögliche Opfer geeinigt: Entweder Paul, ein Kumpel von ihm, oder eben Maria.

An dieser Stelle fragt die Richterin nach: Warum Maria?

„Sie lebte allein, es war einfach“, entgegnet Nicolas K. auf die Frage. Maria war anscheinend nur ein leichtes Opfer für ihn: „Bei mir kam über Jahre immer mal wieder der Gedanke geflogen, jemanden umzubringen.“ Die Frage der Richterin, ob er von der Schwangerschaft gewusst habe, bejaht Nicolas und gibt an, dass ihm klar gewesen sei, dass das Baby mit dem Mord auch sterbe. Nico G., der auch wegen des Mordes an Maria angeklagt ist, habe zu den Mordplänen nur „Ja, ok“ gesagt.

Maria K. aus Zinnowitz
Die erstochene Maria K. aus Zinnowitz auf Usedom © RTL Interactive, RTLinteractive, Unbekannt

Die Mutter des Opfers ist den Tränen nahe

Die Mutter des Opfers, Steffi K., muss sich während der Aussage extrem zusammenreißen. Doch gleichzeitig hängt sie an den Lippen von Nicolas K., will wissen, warum ihre Tochter sterben musste.

Nicolas K. erzählt weiter: Die Tat sollte nach dem Nachmittag im Park umgesetzt werden. Er habe sich vorher aber noch umziehen wollen, damit „kein Blut auf seine guten Klamotten“ gerate. Auch neue Schuhe und schwarze Wollhandschuhe habe er mitgenommen. In der Wohnung von Niko G. sei er dann schließlich an die Tatwaffe gelangt: Ein Küchenmesser, Klingenlänge 20 Zentimeter.

Mitangeklagter Nico G. muss sich während des Geständnisses übergeben

20.08.2019, Mecklenburg-Vorpommern, Stralsund: Der 21-jährige Angeklagte kommt in Handschellen und Fußfesseln in den Gerichtssaal im Landgericht Stralsund. Für den Mord an der 18-jährigen Maria aus Zinnowitz auf Usedom müssen sich am selben Tag der 1
Auch Nico G. ist wegen des Mordes an der schwangeren Maria angeklagt. © dpa, Stefan Sauer, sts fdt

Nicolas K. und Niko G. machten offenbar noch ein Codewort aus: „Bier“, und dann solle es losgehen. Dieses Codewort sei aber nie zum Einsatz gekommen.

Hier schaltet sich der Verteidiger von Niko G. ein. Seinem Mandanten gehe es nicht gut,  man müsse unterbrechen. Dem 21-Jährigen wird ein Mülleimer gebracht. Er übergibt sich.

Ex-Freundin von Nicolas K. hätte Mord wohl noch verhindern können

Nach einer kurzen Pause erzählt Nicolas K. weiter. Er sei vor der Tat noch schnell nach Hause. Er wohnte bei seiner Ex-Freundin Anna, mit der er auch ein Kind hat. „Ich habe Anna gesagt, dass ich jetzt Maria oder Paul umbringen werde. Anna hat das Messer gesehen und gesagt, dass ich rumspinne.“ Auch gegen Anna läuft jetzt ein Verfahren – denn sie hätte das Verbrechen zu diesem Zeitpunkt womöglich noch verhindern können.

19 Messerstiche - Maria schrie noch "Aua, hör auf"

Um halb elf sei man dann schließlich zu Maria gegangen, erzählt Nicolas K. Zur Begrüßung umarmte man sich noch. Als sie kurze Zeit später aus ihrer Küche kam, habe er auf sie eingestochen. 19 Stiche in kurzer Zeit, erhebliche Verletzungen am Kopf. Maria habe noch "Aua, hör auf" geschrien.

Er schildert weitere grausame Details der Tat, die an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden sollen.  

Verurteilung nach Jugendstrafrecht?

Nicolas K. soll zum Tatzeitpunkt nur vermindert schuldfähig gewesen sein – weil er Alkohol getrunken hatte und an einer psychischen Erkrankung leidet. Er wurde kurz nach der Tat in eine psychiatrische Klinik gebracht. Da er erst 19 Jahre alt ist, könnte er auch nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. Dann drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

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