1. Juli 2019 - 13:30 Uhr

Ein 31 Jahre alter Mann und eine junge Frau haben vor dem Landgericht Gera eingeräumt, ein fünf Monate altes Mädchen missbraucht zu haben. Wie Staatsanwältin Dagmar Weber am Montag in ihrer Anklage vortrug, sollen sich die Beschuldigten im Juli 2016 auf den Missbrauch verständigt haben. Demnach soll die damals 16-Jährige sexuelle Handlungen an dem Baby vorgenommen haben, die der Mann mit einem Smartphone aufgenommen haben soll. Sie hätten damit schon länger gehegte sexuelle Fantasien ausleben wollen.

In ihren Aussagen bestätigten die Deutschen die Vorwürfe weitgehend, machten in Details aber andere Angaben. Richter Berndt Neidhardt legte während der Verhandlung jedoch Bilder vor, die die Vorwürfe unterstrichen.

Dem Mann wirft die Staatsanwaltschaft zudem vor, seine leibliche, zum Tatzeitpunkt vier Jahre alte Tochter ebenfalls missbraucht zu haben. Dies stritt er ab. Die Mutter des Kindes sagte als Zeugin aus, ihre Tochter habe ihr dies anvertraut. Bei einer gerichtlichen Befragung des Kindes wiederholte dies einem Protokoll zufolge die Vorwürfe nicht.

Zum Auftakt hatten die Verteidiger der Angeklagten ihren Mandanten gegenseitig vorgeworfen, sie hätten den jeweils anderen zu einer falschen Aussage aufgefordert. Ob dies tatsächlich so war, wurde jedoch nicht weiter erörtert. Der Angeklagte ging auf einen Vorschlag der Kammer nicht ein, bei einem Geständnis eine Freiheitsstrafe von höchstens fünf Jahren zu erhalten. Richter Neidhardt machte ihm klar, dass ihn nun eine weit höhere Strafe erwarten könnte.

Quelle: DPA