Andrea Nahles gründet einen Parlamentskreis für Pferdefreunde

19. Oktober 2018 - 18:30 Uhr

Mit dem "Parlamentskreis Pferd" aus der Krise?

Wenn man nicht mehr weiter weiß, gründet man 'nen Arbeitskreis – das weiß schon der Volksmund. Der katastrophale Absturz der SPD bei der Landtagswahl in Bayern ist gerade erst ein paar Tage her, in Hessen droht schon das nächste Wahldebakel, die SPD steckt in einer tiefen Krise und was tut die Vorsitzende der Partei, Andrea Nahles? Sie gründet den "Parlamentskreis Pferd", in dem sich pferdebegeisterte Bundestagsabgeordnete zusammentun wollen.

Ein Stier ist auch dabei

Die SPD Vorsitzende ist eine begeisterte Reiterin. Sie und drei andere Bundestagsabgeordnete haben zu einem Gründungstreffen am 20. November in Berlin eingeladen. Was klingt, wie ein Scherz, ist tatsächlich ernst gemeint. Zusammen mit Dieter Stier und Alois Gerig von der CDU und Pascal Kober von der FDP will sie die Interessengemeinschaft gründen, um sich "im Kreise pferdeinteressierter Kolleginnen und Kollegen über aktuelle Themen zum Pferd und aus der Pferdewelt zu informieren".

Damit löste Nahles selbst bei Parteifreunden Irritationen aus. Viele fragen sich, ob sich die Parteivorsitzende im Moment nicht auf andere Dinge konzentrieren sollte. Altersarmut, steigende Mietpreise, Pflegenotstand – an drängenden Themen mangelt es nicht.

"Mehr Pferde als SPD-Wähler in Bayern"

Andrea Nahles mit einem Pferd
Andrea Nahles hat ein Herz für Pferde - darum will sie sich demnächst im "Parlamentskreis Pferd" engagieren.
© dpa, Tobias Frick, tba

Die Gründer des geplanten Parlamentskreises bemühen sich, die Wogen zu glätten. Die Gründung wurde schon bei einem Parlamentarischen Abend der Reiterlichen Vereinigung im März angekündigt. Dass die Einladungen gerade jetzt herausgegangen seien, sei reiner Zufall. Das Büro von Pascal Kober, der die Einladungen verschickte, hätte es einfach nicht früher geschafft, das Ganze zu organisieren, sagte der Abgeordnete dem Spiegel.

Die krisengeschüttelten SPD-Abgeordneten versuchen es mit Humor zu nehmen. "Es gibt ja zumindest mehr Pferde als SPD-Wähler in Bayern", soll ein SPD-Abgeordneter gesagt haben. Und vielleicht kann die Andrea Nahles mit ihrem Engagement für Pferde tatsächlich ein paar Stimmen sammeln. Immerhin gibt es 1,6 Millionen Reiter in Deutschland und "mehr als 300.000 Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt mit dem Pferd", heißt es in der Einladung.