Ex-BVB-Star beendet mit 29 Jahren seine Karriere

André Schürrle macht Schluss: "Ich brauche keinen Beifall mehr"

Andre Schürrle (Borussia Dortmund) - 2. Hauptrunde DFB Pokal Saison 2017-2018 1. FC Magdeburg vs. Borussia Dortmund in
Andre Schürrle (Borussia Dortmund) - 2. Hauptrunde DFB Pokal Saison 2017-2018 1. FC Magdeburg vs. Borussia Dortmund in
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18. Juli 2020 - 14:55 Uhr

Karriereende mit 29: Entscheidung reifte schon eine Weile

Mit 18 läuft er erstmals in der Bundesliga auf, mit 23 erlebt er seinen Karriere-Höhepunkt mit dem WM-Titel, jetzt verabschiedet sich André Schürrle von der großen Fußballbühne. Mit gerade einmal 29 Jahren beendet er überraschend seine Karriere als Profi und hängt die Fußballschuhe an den Nagel. "Die Entscheidung ist lange in mir gereift", sagte Schürrle dem "Spiegel". "Ich brauche keinen Beifall mehr."

André Schürrle: "Ich war oft einsam"

Eine Entscheidung, die er offenbar nicht nur aufgrund der fehlenden Erfolge getroffen hat. Er sei oft einsam gewesen, berichtete Schürrle – gerade als "die Tiefen immer tiefer wurden und die Höhepunkte immer weniger". Die Fußballbranche habe es aber nicht erlaubt, diese Gefühle zu zeigen.

"Man muss ja immer eine gewisse Rolle spielen, um in dem Business zu überleben, sonst verlierst du deinen Job und bekommst auch keinen neuen mehr", erklärte der Weltmeister von 2014 offen und ehrlich. Im Finale der WM hatte er die Vorlage zum entscheidenden 1:0 von Mario Götze gegen Argentinien gegeben. Ein Moment, den ihm niemand mehr nehmen kann.

Die Wochen in Brasilien seien "die geilste Zeit meines Lebens gewesen", erinnert sich Schürrle im  "Spiegel". "Es hat alles gepasst, die Stimmung im Team, die Organisation, das Hotel direkt am Strand. Am Ende sind es im Fußball viele kleine Stellschrauben, die zusammenpassen müssen, damit man erfolgreich ist."

Vertrag mit Borussia Dortmund wurde aufgelöst

Schürrle war aktuell vereinslos. Sein Vertrag bei Borussia Dortmund war nach Ende des Leihgeschäfts mit Spartak Moskau zuletzt aufgelöst worden. Für 30 Millionen Euro hatten die Schwarz-Gelben Schürrle 2016 aus Wolfsburg geholt – nie zuvor hatten die Dortmunder mehr Geld für einen Spieler ausgegeben. Doch so richtig wollte es einfach nicht laufen: "Es war für beide Seiten definitiv keine Erfolgsgeschichte", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke bei Sport1.

Zuvor hatte Schürrle beim FSV Mainz 05, Bayer Leverkusen, dem FC Chelsea, dem VfL Wolfsburg und dem FC Fulham gespielt. Und nun das plötzliche Ende.

Das sagen ehemalige Weggefährten zum Schürrle-Entschluss.