Polizei vereitelt Gewalttat

Nach Amokdrohung gegen Schule in Flensburg: Schüler (17) kommt in die Psychiatrie

03. April 2019 - 22:44 Uhr

Nach Tatankündigung im Chat: Schüler kommt in die Psychiatrie

Die Polizei Flensburg hat am Mittwochmorgen einen 17-jährigen Schüler festgenommen, der nach Angaben der Ermittler mit Messern an einer Schule Amok laufen wollte. Der Jugendliche hatte das zuvor in einem Chat angekündigt. Die Polizei nahm daraufhin Einlasskontrollen vor. Bei dem 17-Jährigen wurden mehrere Messer gefunden. Nun wird er in eine Psychiatrie eingewiesen.

Chatverlauf am Abend zuvor bekannt geworden

Die Polizei hat wohl eine schreckliche Amoktat verhindert: Ein Jugendlicher wollte am letzten Schultag vor den Osterferien mehrere Menschen an seiner Schule in Flensburgtöten - so zumindest kündigte er es in einem öffentlichen Chat-Forum an. Die Polizei wurde am Dienstagabend von einem Chat-Partner informiert und nahm die Drohung ernst.

Am Mittwochmorgen kontrollierte sie vor Schulbeginn die Eingänge der Schule, einem Berufsbildungszentrum mit rund 2.500 Schülern. Dabei konnte sie einen 17-jährigen Deutschen festnehmen, der mehrere Messer in seinem Rucksack bei sich hatte, wie die Polizei mitteilte.

Der Jugendliche gab die Tat zu

Im Laufe des Tages räumte der Jugendliche bei der Polizei ein, dass er verantwortlich für die Ankündigung in dem Internetchat gewesen sei. Auch gab er nach Polizeiangaben an, dass er die Messer, die griffbereit im Rucksack waren, gegen andere Menschen einsetzen wollte. Einen gezielten Angriff auf einen bestimmten Lehrer oder Mitschüler habe der Tatverdächtige im Chat nicht angekündigt, sagte ein Polizeisprecher.

Hintergrund der geplanten Tat dürften der Polizei zufolge persönliche Probleme sein. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes veröffentlichen die Ermittler keine weiteren Informationen über den Jugendlichen und die näheren Tatumstände. Der Tatverdächtige wurde in eine psychiatrische Klinik für Kinder und Jugendliche eingewiesen.

Die Polizei handelte schnell

Schulleiter Sven Mohr lobte die Zusammenarbeit mit der Polizei. "Wir sind gestern Abend um 22.00 Uhr informiert worden von der Polizei, dass dort ein Tatverdacht bestehen würde." Er berichtete, dass ein Chat-Partner aus Nordrhein-Westfalen die dortige Polizei informiert habe, die sich dann an die Kollegen in Schleswig-Holstein wandten. Man habe verabredet, sich morgens früh an der Schule zu treffen. "Die Polizei hat dann angefangen, die ersten Schüler, die kamen anzusprechen", sagte Mohr. Nur zwei der sechs Eingänge ins Schulgebäude seien geöffnet worden.

Nach der Festnahme fand an der Berufsschule mit Schwerpunkt für gewerblich-technisch-gestalterische Berufe normal Unterricht statt. Viele Schüler haben von dem Polizeieinsatz am frühen Morgen gar nichts mitbekommen, weil sie erst nach der Festnahme kamen.

Der Schulleiter sagte, der 17-Jährige sei als ruhiger Schüler beschrieben worden, der noch nicht auffällig geworden sei.