Täter schoss in Dönerladen

Augenzeuge über Schießerei in Halle: Täter "war ganz ruhig"

11. Oktober 2019 - 18:08 Uhr

Dönerladen-Mitarbeiter schildert den Amoklauf in Halle

Die Lage in Halle ist weiter unklar. Zwei Menschen wurden getötet, zwei weitere werden derzeit in der Uniklinik operiert. Die Täter griffen offenbar zuerst eine Synagoge an, schossen dann in einem Dönerladen um sich und töteten dort einen Menschen. Rifat Tekin, ein Mitarbeiter des Dönerladens schildert im Video, wie er den Angriff erlebte. Der Täter sei "wie ein Profi" gewesen.

Schießerei in Halle: Täter soll etwas in den Dönerladen geworfen haben

Der Täter habe erst etwas wie eine Bombe in einen Laden geworfen und habe dann geschossen, so Rifat Tekin. Er sei ruhig gewesen, "wie ein Profi". Ein Mensch starb noch vor Ort. "Er hatte ein Sturmgewehr und einen Helm. Auf einmal wirft er, was aussieht wie eine Granate", sagte auch Augenzeuge Conrad Rößler gegenüber RTL. Diese sei am Türrahmen abgeprallt und nicht im Laden explodiert. "Dann hat er das Gewehr erhoben und mindestens einmal in den Laden geschossen."

Angriff in Halle galt wohl gezielt Synagoge

Vor dem Angriff auf den Dönerladen versuchten die Täter offenbar, in die Synagoge von Halle einzudringen. Ein Täter soll dabei nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auch selbstgebastelte Sprengsätze vor dem Gebäude abgelegt haben.

Nach Angaben des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki, wurde die Synagoge direkt angegriffen. "Wir haben über die Kamera unserer Synagoge gesehen, dass ein schwer bewaffneter Täter mit Stahlhelm und Gewehr versucht hat, unsere Türen aufzuschießen", sagte Privorozki der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstag). "Aber unsere Türen haben gehalten."

Das Protokoll des Anschlags von Halle – jetzt als Doku auf TVNOW.