Amnesty International: Armutszeugnis bei Syrienhilfe - Ausnahme Deutschland

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5. Dezember 2014 - 20:28 Uhr

Deutschland und Schweden nahmen meisten Flüchtlinge auf

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat der internationalen Gemeinschaft Versagen beim Schutz syrischer Flüchtlinge vorgeworfen. Rund 3,8 Millionen geflohene Syrer seien in den vier Nachbarländern und Ägypten untergekommen, teilte AI mit. Der Rest der Welt habe dagegen seit Beginn der Syrienkrise vor mehr als drei Jahren nur 1,7 Prozent dieser Geflohenen Asyl angeboten. Diese niedrige Zahl sei "wahrlich schockierend".

Deutschland und Schweden seien unter den EU-Staaten eine Ausnahme, hieß es weiter. Die beiden Länder hätten in den vergangenen drei Jahren 96.500 Asylanträge von Syrern erhalten und innerhalb der Europäischen Union die meisten Flüchtlinge aufgenommen. Deutschlands Verpflichtung zur Aufnahme von Syrern entspreche etwa der Hälfte der weltweiten Zusage.

Die hohen Flüchtlingszahlen hätten "katastrophale Folgen" für Syriens Nachbarländer. Im Libanon sei die Bevölkerung durch den Flüchtlingsstrom um rund ein Viertel gewachsen. Die arabischen Golfstaaten, Russland und China hätten sich dagegen bisher nicht bereiterklärt, auch nur einen einzigen Flüchtling aufzunehmen.