Vom Aussterben bedroht

Amerikaner knallt seltene Schraubenziege ab

14. Februar 2019 - 16:06 Uhr

Ziege tot, Shitstorm tobt

Es ist kaum zu fassen. Die Schraubenziege ist vom Aussterben bedroht. Trotzdem kann man sie für einen Unkostenbeitrag von 110.000 Dollar in Pakistan hemmungslos abknallen. Genau das hat der amerikanische Trophäensammler Bryan Kinsel Harlan jetzt getan. Als er das Jagd-Video bei YouTube postete, erntete er dafür einen Shitstorm.

Trophäenjagd mit Aussicht

Es sieht aus als läge die Schraubenziege gemütlich neben dem Amerikaner und schaue in die Kamera. Im Hintergrund: Die Traumkulisse der nördlichen Himalaya-Region Gilgit-Baltistan. Doch das Tier liegt nicht einfach nur in romantischer Atmosphäre da. Es ist tot. Kinsel Harlan hat es kurz zuvor erschossen. Er hält die Ziege von hinten am Hals gepackt, als wäre sie noch lebendig. Ein makabres Foto, das der amerikanischen "Trophäensammler" nach seiner Jagd in den sozialen Medien hochgeladen hat. Es erschien auch in pakistanischen Medien.

„Ich bin überglücklich“

Doch damit nicht genug. Kinsel Harlan äußerte seine Freude nicht nur in Form eines Bildes. Er gab auch noch Interviews dazu. "Es war ein naher Schuss. Ich bin überglücklich, diese Trophäe mit nach Hause zu nehmen", zitierte ihn eine Zeitung. Für so viel Skrupellosigkeit erntete der Amerikaner im Netz dann einen Shitstorm.

Aber ist das, was er getan hat eigentlich illegal? Nicht ganz, erklärt die Tierschutz-Organisation "Peta" auf ihrer Website. Angeblich habe Pakistan offiziell die Jagd auf die besonderen Ziegen verboten. Allerdings sei es "Trophäenjägern" gestattet, zwölf Tiere pro Saison zu schießen. Diese Anzahl werde allerdings oft überschritten.

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Der Fall Cecil

Schon in der Vergangenheit sorgten ähnliche Fälle für Furore. So auch der Fall von Löwe Cecil. Die Raubkatze lebte eigentlich in einem Reservat in Simbabwe. Um ihn erlegen zu können, lockte Zahnarztes Walter Palmer ihn aus dem Gehege und verletzte ihn mit einer Armbrust. Erst einen Tag später starb das Tier. Dann wurde es von Palmer geköpft und gehäutet.

Weniger tote Nashörner

Doch so schrecklich es klingt: Solche Fälle haben auch etwas Gutes. Sie bringen das Thema Artenschutz wieder an die Tagesordnung und in die Köpfe der Menschen. Mit Erfolg: Wie die Umweltbehörde am Donnerstag meldete, ist die Zahl der durch Wilderer getöteten Nashörner um ein Viertel gesunken. Vergangenes Jahr wurden 769 Tiere getötet. 2017 waren es noch 1028.

"Der deutliche Rückgang der Wilderei ist ein großer Erfolg und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", erklärte Katharina Trump, Expertin für Wildtierkriminalität bei der Tierschutzorganisation WWF Deutschland. Ein positiver Trend, den es fortzusetzen gilt.