„Nicht nur ein Waldbrand, das ist ein Friedhof“

Aktivistin ist entsetzt über die Amazonas-Feuer

28. August 2019 - 9:49 Uhr

„Alles, was wir da unten sehen ist tot“

Wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, ist es schwer sich vorzustellen, was die Brände im brasilianischen Regenwald anrichten. "Das ist nicht nur ein Waldbrand, das ist ein Friedhof. Alles, was wir da unten sehen ist tot", sagt Greenpeace Aktivistin Rosana Villar. Sie flog mit dem Flugzeug über das betroffene Gebiet, um sich einen Eindruck zu verschaffen und sie ist entsetzt. Im Video zeigen wir, wie die Menschen vor Ort unter den Bränden leiden.

Bolsonaro lehnt G7-Hilfsangebot ab

Brände im Amazonas
Die Feuerwehrleute kämpfen verzweifelt gegen die Flammen.
© dpa, Eraldo Peres, EP pat

Die G7-Staaten wollten die brasilianische Regierung mit Geld für die Brandbekämpfung unterstützen. Doch der Präsident, Jair Bolsonaro, will die Hilfe nicht annehmen. Stattdessen verlangt er, dass der französische Präsident sich bei ihm entschuldigt. Dafür musste er nun Kritik von seinen Gouverneuren einstecken. Die regionalen Regierungschefs des Amazonasgebiets fürchten einen gewaltigen Imageschaden, wenn Bolsonaro so weiter macht.

"Wenn sich Brasilien auf internationaler Ebene isoliert, setzt es sich ernsten Handelssanktionen gegen unsere Produzenten aus", sagte Flávio Dino, der Regierungschef des Bundesstaates Maranhão. "Ich denke, jetzt sollten wir uns um unsere Probleme kümmern", meint auch Hélder Barbalho, der Gouverneur von Pará.

Verteidigungsminister: „Es ist nicht außer Kontrolle“

Die Zahl der Brände stieg inzwischen auf 82.000, wie die brasilianische Weltraumagentur INPE mitteilte. Viele Feuer wurden offenbar von Farmern gelegt, die mehr Platz für Äcker rund Weiden schaffen wollen. Weil es in der Region aber gerade so trocken ist, greifen die Flammen immer wieder auf Waldgebiete über und richten große Zerstörung an.

Die Regierung schickte inzwischen das Militär in die Amazonasregion, um die Feuer zu bekämpfen. Rund 2.500 Soldaten, 15 Flugzeuge und Hubschrauber sowie zehn Schiffe seien im Einsatz, teilte das Verteidigungsministerium mit. Einige Brände seien bereits zurückgedrängt worden. "Ist es schwer? Ja, aber es ist nicht außer Kontrolle geraten", sagte Verteidigungsminister Fernando Azevedo. Hoffentlich behält er Recht, denn die Trockenzeit hat gerade erst begonnen.