Rund 1.600 Spiele in Berlin fallen aus

Immer mehr Gewalt im Fußball: Schiedsrichter streiken

Symbolbild Schiedsrichter
Symbolbild Schiedsrichter
© Imago Entertainment

26. Oktober 2019 - 11:17 Uhr

Die Schiedsrichter in Berlin haben genug: Sie wollen am Wochenende streiken, um ein Zeichen gegen Gewalt im Amateurfußball zu setzen. Denn die Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung gegen Schiedsrichter nehmen zu.

Schon 109 Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung in der laufenden Saison

Wie der Schiedsrichterausschuss des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) auf seiner Website bekanntgab, sind alle Referees von ihren Spielen am Samstag und Sonntag abgesetzt worden - rund 1600 Spiele in Berliner Amateur-Ligen sollen ausfallen. "Bereits jetzt nach wenigen Spieltagen haben wir 109 Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung auf den Berliner Plätzen zu verzeichnen", zitierte der BFV den Schiedsrichterausschuss. 53 Mal wurden Schiedsrichter in der laufenden Saison konkret bedroht oder angegriffen. Neben Beleidigungen wurden Schiedsrichter auch körperlich angegriffen.

Auch '11 Freunde'-Chefredakteur Philipp Köster kennt die Probleme, die Referees immer wieder auf dem Platz erleben. "Ganz viele Spieler aus Amateurclubs berichten uns, dass die Übergriffe auf Schiedsrichter immer mehr zunehmen. Das sind Ehrenamtliche, die in ihrer Freizeit diese Spiele leiten. Trotzdem werden sie angegangen, attackiert, beleidigt."

Immer weniger ehrenamtlicher Schiedsrichter

Schon in der vergangenen Saison sind auf Berliner Amateurplätzen über 150 Vorfälle gemeldet wordem, bei denen Schiedsrichter angegangen wurden. Das Spektrum reichte von Beleidigungen über körperliche Gewalt bis hin zu einer Morddrohung, so der BFV.

"Es ist ganz, ganz wichtig, dass das aufhört und dass wieder Fairness auf den Plätzen Einzug hält. Und auch dass das Bewusstsein wieder da ist, dass das Leute sind, ohne die der Fußball nicht machbar wäre und ohne die der Ligabetrieb zum Erliegen käme", meint auch '11 Freunde'-Chefredakteur Köster.

Denn die Gewalt zeigt Wirkung - der Schiedsrichternachwuchs fehlt. Immer weniger Sportler wollen ehrenamtlich Spiele führen. Für rund 35.000 Pflichtspiele in den Amateurklassen stehen nur noch rund 1.100 Schiedsrichter zur Verfügung.