Erster bemannter US-Raketenflug seit Jahren

Am Ziel der Reise: US-Astronauten docken an ISS an

31. Mai 2020 - 20:16 Uhr

Ankunft nach fast 20 Stunden Flug

Sie haben es geschafft. Nach rund 20 Stunden Flug sind die US-Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley an der ISS angekommen. Die "Crew Dragon"-Raumkapsel dockte an der Raumstation an, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa und das private Raumfahrtunternehmen SpaceX mitteilten. Es war das erste Mal seit neun Jahren, dass Menschen von den USA aus ins All geflogen sind.

Ankunft auf der ISS
Die US-Astronauten sind sicher auf der ISS angekommen.
© AP

Die beiden Astronauten krabbelten nach dem Andocken aus ihrer Raumkapsel in die ISS, wie Livebilder der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigten. An Bord der ISS warteten ihre dort bereits stationierten Kollegen, der US-Raumfahrer Christopher Cassidy und die beiden russischen Kosmonauten Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner.

Erster Startversuch musste abgebrochen werden

Am Samstag hatte die Raumkapsel mit einer "Falcon 9"-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral abgehoben. SpaceX-Gründer Elon Musk zeigte sich tief bewegt. "Ich bin wirklich emotional sehr überwältigt, es ist schwer für mich zu sprechen", sagte Musk bei einer Pressekonferenz nach dem Start. 18 Jahre lang habe er auf dieses Ziel hingearbeitet. "Ich glaube, es ist etwas, worüber die Menschheit sich freuen kann, und worauf sie stolz sein kann."

Ein erster Startversuch war am Mittwoch wegen schlechter Wetterbedingungen kurz vor dem Start abgebrochen worden, wie wir im Video zeigen. Auch vor dem zweiten Versuch hatten die Bedingungen zunächst nur mäßig ausgesehen, dann hatten sich die Wolken aber rechtzeitig verzogen und das Kontrollzentrum gab grünes Licht.

HANDOUT - 30.05.2020, USA, Cape Canaveral: Eine SpaceX «Falcon 9»-Rakete startet mit den NASA-Astronauten Hurley und Behnken in der Besatzungskapsel der Dragon im Kennedy Space Center. Nach knapp neunjähriger Pause sind mit dem zweiten Startversuch e
Zweiter Startversuch für SpaceX «Falcon 9»
© dpa, Bill Ingalls, jk lop

Behnken und Hurley sollen rund einen Monat auf der ISS bleiben

Zuletzt waren im Sommer 2011 Astronauten mit der Raumfähre «Atlantis» zur ISS geflogen. Danach mottete die US-Raumfahrtbehörde Nasa ihre Space-Shuttle-Flotte aus Kostengründen ein und war für Flüge zur ISS seither auf Russland angewiesen. Das war mit rund 80 Millionen Euro pro Flug in einer russischen Sojus-Kapsel nicht nur teuer, sondern kratzte auch mächtig am Ego.

Die Astronauten Behnken und Hurley sollen nun rund einen Monat an Bord der ISS bleiben. Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hieß seine beiden Raumfahrer-Kollegen via Twitter "willkommen zurück im Weltraum" und gratulierte SpaceX für die "solide Leistung".

Quelle: dpa/RTL.de