RTL News>News>

Am Ende trifft’s den Steuerzahler: Immer mehr Unterhaltspflichtige können oder wollen nicht zahlen

Am Ende trifft’s den Steuerzahler: Immer mehr Unterhaltspflichtige können oder wollen nicht zahlen

Offene Forderungen um 29 Millionen Euro gestiegen

Die Jobcenter in Deutschland müssen bei der Auszahlung von Hartz IV in immer größerem Umfang für unterhaltspflichtige Väter aufkommen, die Zahlungen verweigern oder schlichtweg nicht leisten können. Nach Informationen der 'Süddeutschen Zeitung' lagen die offenen Forderungen an zahlungsfähige Unterhaltspflichtige Ende 2013 bei knapp 170 Millionen Euro - im Vorjahr waren es noch 141 Millionen Euro.

Alleinerziehende Mütter
Rund 40 Prozent der alleinerziehenden Mütter sind auf Unterhalt bzw. Hartz IV angewiesen.
dpa, Marcus Brandt

Diese Zahlen gehen aus einer neuen Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor. Laut 'Süddeutscher Zeitung' wachsen in Deutschland 2,2 Millionen Kinder mit nur einem Elternteil auf, in 90 Prozent der Fälle ist dies die Mutter. Häufig leben die alleinerziehenden Frauen mit ihren Kindern am Existenzminimum, rund 40 Prozent sind auf Hartz IV angewiesen.

Zahl der Unterhaltspflichtigen wächst rasant

Da Unterhaltszahlungen prinzipiell vor Hartz IV kommen, trifft die Zahlungsverweigerung bzw. –unfähigkeit vieler unterhaltspflichtiger Väter insbesondere den Steuerzahler. "Wir haben leider das Problem, dass manche Väter gar nicht, mal die Hälfte oder unregelmäßig zahlen, obwohl sie dazu finanziell in der Lage wären. Dann müssen wir einspringen. Das heißt, im Endeffekt zahlen der Steuerzahler und damit auch alle ehrlichen Unterhaltszahler, die ihre Verpflichtungen erfüllen", wird der Vorstand der BA, Heinrich Alt, zitiert.

Im vergangenen Jahr konnte sich die BA laut Zeitungsbericht mehr als 78 Millionen Euro von Unterhaltspflichtigen zurückholen, gegen die ein juristischer Anspruch vorlag. Insgesamt sei es aber schwierig, das vorgestreckte Geld zurückzubekommen, da die unterhaltspflichtigen Väter häufig selbst auf Hartz IV angewiesen seien. Die Statistik zeige auch, dass die Zahl der Unterhaltspflichtigen insgesamt rasant steige. Demnach ist die Zahl der Fälle binnen eines Jahres um rund 100.000 gestiegen.