1,65 Millionen Kunden deutschlandweit - und immer mehr Kinder

20 Prozent mehr Rentner bei der Tafel als im Vorjahr

19. September 2019 - 7:25 Uhr

Altersarmut nimmt deutlich zu

Immer mehr Menschen müssen zur Tafel, weil sie nicht Genug Geld für Essen haben. Nach neuen Angaben des Dachverbandes Tafel Deutschland ist die Zahl der Kunden gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent gewachsen. Aktuell gibt es 1,65 Millionen Bedürftige. Besonders stark trifft es Rentner, für die das Geld einfach nicht zum Leben reicht.

"Kinder, die jetzt zur Tafel gehen, stehen in der Gefahr, die Altersarmen von übermorgen zu werden"

Der größte Anstieg ist bei den bedürftigen Rentnern zu verzeichnen. Ein Plus von 20 Prozent zeige erschreckend, dass die Altersarmut deutlich zugenommen hat. Wenn jemand lange arbeitslos war oder aus anderen Gründen wenig gearbeitet hat, reicht die Rente hinten und vorne nicht. Besorgniserregend ist, dass auch immer mehr Kinder durch die Tafel versorgt werden müssen.

"Diese Kinder und Jugendlichen, die jetzt zur Tafel gehen, stehen in der Gefahr, die Altersarmen von übermorgen zu werden", sagt Jochen Brühl von Tafel Deutschland. "Wir müssen gucken, dass die Durchlässigkeit bei Bildung und Chancengerechtigkeit gegeben ist."

Scharfe Kritik üben die Tafeln weiterhin an der Verschwendung von Essen. Weltweit werde ein Drittel aller produzierten Nahrungsmittel weggeworfen. In Deutschland würden 18 Millionen Tonnen pro Jahr verschwendet. Die Betreiber der Tafeln fühlen sich von der Politik zwar nicht alleingelassen, fordern aber einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz. Anderenfalls werde man das Problem nicht in den Griff bekommen.