Bringen Schal, Halstuch & Co. etwas?

Alternativen zu Atemschutzmasken im Blick

Ist jeder Mundschutz besser als keiner?
© iStockphoto, Hartmut Kosig

07. April 2020 - 19:57 Uhr

Experten diskutieren über Wirksamkeit des Mundschutzes

Die Coronavirus-Pandemie hält die Welt in Atem – der Erreger legt das öffentliche Leben vielerorts lahm. Wissenschaft und Politik arbeiten fieberhaft daran, die Ausbreitung einzudämmen. Bei der Suche nach entsprechenden Maßnahmen rücken unter anderem Atemschutzmasken immer wieder in den Fokus der Diskussion. Experten sind sich hierzulande uneins, ob die Bevölkerung den Schutz tragen soll. Warum? Zum einen sind die Masken knapp – und somit möglicherweise nicht in ausreichender Stückzahl für das medizinische Personal vorhanden, die den Schutz dringend bei der Behandlung erkrankter Menschen benötigt. Zum anderen ist die Wirksamkeit immer wieder ein Thema. Die Fragen: Was bringt der Mund-Nasen-Schutz? Und gibt es Alternativen?

Corona-Schutz: Was bringen Gesichtsmasken?

Atemschutzmasken gibt es in diversen Ausführungen, die Effektivität des Schutzes fällt jeweils unterschiedlich aus. Die wohl bekannteste Variante ist der einfache Mund-Nasen-Schutz aus Vlies – also eine herkömmliche OP-Maske. Zu deren Wirksamkeit liefert das Robert Koch-Institut eine klare Aussage: Es gibt keine hinreichenden Belege dafür, dass diese Bedeckung den Träger selbst vor einer Ansteckung durch andere schützt – den Eigenschutz erhöht sie also nicht.

Schutzmasken verringern aber das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken (Tröpfcheninfektion) – sie steigern also den Fremdschutz.

Das ist besonders wichtig, denn nicht jeder, der mit SARS-CoV-2 infiziert ist, bemerkt das auch. In der Regel sind Betroffene aber bereits mit sehr leichten Symptomen extrem ansteckend. In diesem Fall trägt das vorsorgliche Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung möglicherweise dazu bei, das Übertragungsrisiko zu vermindern.

Schal und Halstuch statt Atemschutzmaske?

Schal als Alternative zur Atemschutzmaske
Schals sind modisch – und aktuell womöglich ein Mittel, um die Ausbreitung von Corona zu verlangsamen
© iStockphoto

Selbst der einfache Mund-Nasen-Schutz ist wie beschrieben knapp. Um Krankenhäusern nichts wegzunehmen, rät unter anderem Virologe Professor Christian Drosten, stattdessen einen Schal oder ein Halstuch über Mund und Nase zu ziehen. Dies verringert womöglich nicht nur das Risiko einer Tröpfcheninfektion (als Fremdschutz), sondern sorgt auch dafür, dass der Träger Nase und Mund seltener mit seinen Fingern berührt – die möglicherweise mit Viren oder Bakterien kontaminiert sind. Mithilfe eines Schals beugen Sie also möglicherweise einer sogenannten Schmierinfektionen vor. Das kann sogar stylisch aussehen.

🛒 Zum Halstuch-Preisvergleich bei idealo*

Wichtig: Stoffmasken, Tücher und Schals* sollten regelmäßig gewaschen werden. Viren wie SARS-CoV-2 sind hitzeempfindlich. Laut Drosten sterben sie bei Temperaturen ab 60 Grad in der Waschmaschine ab.

Alternative zur Atemschutzmaske: Corona im Visier

Sicherheits-Gesichtsschutz
Ein solcher Gesichtsschutz senkt möglicherweise die Gefahr einer Tröpfcheninfektion. Risiken lassen sich aber auch mit dieser Vorsichtsmaßnahme nicht vollständig ausschließen
© first 123 / Amazon

Der dünne Stoff vieler Halstücher und Schals verhindert häufig nicht, dass feinste Partikel beim Sprechen und Husten austreten und das Gegenüber eines Erkrankten gefährden. Alternativ lässt sich ein spezieller Gesichtsschutz nutzen, dessen klares Visier Tröpfchen aufhalten soll. Fraglos keine schicke Alltagsklamotte – und auch kein hunderprozentiger Schutz. Wer jedoch aktuell beispielsweise beruflich weiterhin regelmäßig Kontakt mit vielen Menschen hat, für den ist diese Variante eine Option (Preis: rund 13 Euro).

🛒 Zum Angebot bei Amazon: Sicherheits-Gesichtsschutz mit klarem Visier*

Atemschutzmasken für Modebewusste?

Travel safe Mask
Mit einer Maske wie dieser von "Bag to Life" fällt der Träger auf – und schützt sich bei richtigem Gebrauch unter anderem vor Schmierinfektionen
© Bag to Life

Auf Online-Plattformen sind zahllose Masken zu finden – viele teils selbst genäht (eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier). Die sind natürlich nicht medizinisch oder anderweitig geprüft und bieten keine Zertifizierungen. Für die Alternativen zur klassischen Vlies-Maske gilt daher prinzipiell dasselbe wie für Schals und Halstücher: kein Eigenschutz, bedingter Fremdschutz und eine Möglichkeit, Schmierinfektionen vorzubeugen. Vorteil gegenüber einer tristen OP-Maske: Die Modelle gibt es in zahlreichen Ausführungen und Farben – teils sind äußerst kreative Varianten dabei. Inzwischen produzieren sogar Modemarken wie Prada und H&M den Mund-Nasen-Schutz. Wer möchte, fällt also auch in der Krisenzeit auf – dank stilvollem Schutz-Accessoire. Schön bunt, originell und individuell ist beispielsweise die "Travel safe Mask" von Bag to Life.​ Preis: rund 23 Euro.

🛒 Zum Angebot bei Amazon: Travel safe Mask*

Filtertüten und Staubsaugerbeutel als Schutzmasken?

Im Netz ist häufig zu lesen, dass sich auch klassische Küchen- und Haushaltsartikel mit etwas Geschick zu schützenden Masken umfunktionieren lassen. Die Hersteller warnen allerdings davor. So schreibt die Melitta Group in einem Statement, dass Filtertüten und Staubsaugerbeutel zwar über feine Poren verfügen, Coronaviren jedoch um ein Vielfaches kleiner sind und somit nicht vollständig gefiltert werden. Der gewünschte Schutz einer Maske lässt sich mit solchen Hilfsmitteln also nicht erreichen. 

Atemschutzmasken: Was ist FFP?

Ebenfalls häufig im Zusammenhang mit Schutzmasken zu hören und zu lesen: FFP. Die Abkürzung steht für Filtering Face Pieces. Dabei handelt es sich um Modelle, die die besonders hohen Standards FFP2 und FFP3 erfüllen. Im Vergleich zum einfachen Mund-Nasen-Schutz bestehen sie aus einem festeren Material, teils besitzen sie ein Atemventil.

Laut Robert Koch-Institut sind FFP2- und FFP3-Masken für den Schutz von medizinischem und pflegerischem Personal essentiell und müssen dieser Gruppe vorbehalten bleiben – sehen Sie also von einem Kauf ab! Deren Schutzwirkung ist deutlich höher als die der Vlies-Modelle: Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) filtern entsprechende Masken ohne Ventil sogar sowohl die eingeatmete als auch die ausgeatmete Luft. Sie bieten daher Eigen- und Fremdschutz – sofern man sie korrekt verwendet.

Atemschutzmasken: Was ist zu beachten?

Eine Maske schützt nur, wenn man beim Gebrauch wichtige Details beachtet: Sie muss beispielsweise Mund und Nase vollständig abdecken. Sitzt sie nicht optimal oder liegt sie nicht eng an, dringt womöglich Luft von außen ungefiltert ein – und umgekehrt.

  • Selbst Barthaare im Bereich der Dichtlinie können laut Robert Koch-Institut die Schutzwirkung beeinträchtigen.
  • Die Barriere gegen das Virus baut sich zudem durch die Befeuchtung in der Maske ab – schon nach 20 Minuten könnte dies der Fall sein, warnen Mediziner. Die Trage-Empfehlung liegt jedoch bei zwei Stunden, danach sollte man sie auf jeden Fall wechseln.


​Doch die beste Maske hilft nichts, wenn man an anderer Stelle unachtsam ist: Auf keinen Fall sollte das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung dazu führen, dass Abstands-, Husten- und Niesregeln nicht mehr eigehalten werden. Auch die Händehygiene sollten Sie keinesfalls vernachlässigen.

*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.