Altena: Mann verletzt Bürgermeister Andreas Hollstein mit Messer am Hals

28. November 2017 - 19:53 Uhr

Besitzer von Döner-Imbiss überwältigt Täter

Feiger Angriff auf den Bürgermeister von Altena! Ein offensichtlich betrunkener Mann den CDU-Politiker Andreas Hollstein mit einem Messer bedroht und ihn dabei leicht am Hals verletzt. Zu der Attacke kam es, als Hollstein sich in einem Dönerimbiss etwas zu essen holen wollte. Der Besitzer und sein Sohn überwältigten den Angreifer.

Angriff in Altena offenbar politisch motiviert

"Sind Sie der Bürgermeister?", soll der Mann Hollstein laut Imbiss-Besitzer Demir Abdullah gefragt haben. Dann sei er ihm mit dem Messer an den Hals gegangen. Gemeinsam mit den Imbissbudenbesitzern habe Hollstein den Angriff abwehren könne, er wurde dabei nur leicht am Hals verletzt. Dennoch wolle der CDU-Politiker sich bei der Bewältigung des Angriffs psychologische Hilfe holen. Der Täter, ein 56-jähriger Deutscher, wurde festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes.

Altena wurde bundesweit bekannt, weil die Stadt mehr Flüchtlinge aufnimmt, als sie nach dem Verteilschlüssel müsste. Vor dem Angriff hatte der Angreifer gegen die liberale Flüchtlingspolitik des Bürgermeisters gewettert. "Sie lassen mich verdursten und holen 200 Flüchtlinge nach Altena", sagte der Angreifer, so der 54-jährige Andreas Hollstein auf einer Pressekonferenz am Morgen nach der Tat.

Henriette Reker reagiert auf Angriff

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker drückte ihre Anteilnahme aus und wünschte Andreas Hollstein eine schnelle Genesung. Reker war am 17.Oktober 2015 selbst Opfer eines Messerangriffs geworden. "Ein solches Attentat verändert das Leben, aber es darf nicht unser Verhalten ändern. Wir müssen uns weiterhin mit Offenheit und Stärke unseren Aufgaben stellen", appellierte sie in einer Stellungnahme.

Reker war einen Tag vor ihrer Wahl am 17. Oktober 2015 an einem Wahlkampfstand attackiert worden. Der Täter - der Rechtsextremist Frank S. - verletzte Reker und eine andere Frau schwer, laut Bundesanwaltschaft handelte er aus fremdenfeindlichen Motiven.