48-Jährige kümmert sich um todkranke Mareen (1)

Als ehrenamtliche Helferin gibt Anja viel Liebe

06. Mai 2020 - 16:45 Uhr

Kielerin will ein kurzes Leben lebenswerter machen

Sich um schwerkranke Kinder zu kümmern, ist für viele Menschen eine echte Überwindung. Ganz anders geht es da Anja Birkmann. Die gelernte Arzthelferin ist seit September 2019 im St. Antoniushaus in Kiel ehrenamtlich tätig. Die ein Jahr alte Mareen hat das Herz der 48-Jährigen ganz schnell erobert. Die kleine Patientin ist mit schwersten Behinderungen auf die Welt gekommen. Wie lange sie noch lebt, weiß keiner. Eltern, die sich um sie kümmern, hat das todkranke Mädchen nicht. Sie wurde in einer Babyklappe abgelegt. Im Video erzählt Anja, was die Zeit mit der kleinen Mareen für sie bedeutet.

"Ich höre ganz häufig: Das könnte ich nicht"

Anja Birkmann besucht Mareen so oft, wie es nur geht - um mit ihr zu kuscheln und ihr vorzusingen. Für die 48-Jährige ist die Arbeit mit einem todkranken Kind fast schon eine Selbstverständlichkeit. "Ich bin einfach dankbar, wie gut es mir und meinen Lieben geht und dann freue ich mich ein Stück weit zu helfen, dass es anderen auch ein bisschen besser geht."

Dort zu helfen, wo andere wegschauen, das hat sich die Kielerin zur Aufgabe gemacht. "Ich höre ganz häufig: Das könnte ich nicht. Kinder, die haben fröhlich auf dem Spielplatz rumzulaufen. Die müssen strahlen und gesund heranwachsen. Aber da gibt es auch noch eine andere Seite. Und da möchte ich dann versuchen, zu helfen."

6 Monate Ausbildung sind nötig

6 Monate hat sich Anja Birkmann zur "Familienbegleiterin in der ambulanten Hospizarbeit" ausbilden lassen. Um Kinder und Jugendliche zu begleiten, deren Lebenszeit in Kürze endet. Sie ist aber auch für Kinder da, deren Eltern lebensbedrohlich erkrankt sind.

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