Wolff bekam wohl Ansage von ganz oben

Alphatier-Deal zum Kuhhandel: Mercedes protestiert nicht mehr gegen FIA-Deal mit Ferrari

Formula One F1 - Belgian Grand Prix
Formula One F1 - Belgian Grand Prix
© REUTERS, FRANCOIS LENOIR, MS

18. März 2020 - 11:07 Uhr

Mercedes akzeptiert Vereinbarung zwischen FIA und Ferrari

Das nennt man in der Formel 1 wohl einen Dreher: Mercedes protestiert nicht mehr gegen den geheimen 'Kuhhandel' zwischen dem Motorsport-Weltverband FIA und Ferrari um einen möglichen Motor-Schummel der Roten 2019. Grund ist eine silber-rote Vereinbarung auf höchster Ebene.

Daimler-CEO trifft Ferrari-Präsident

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, bisher treibende Kraft hinter dem Protest von sieben Teams gegen den Geheim-Deal zwischen FIA und Ferrari, muss im 'Ferrari-Gate' offenbar plötzlich die Füße stillhalten.

Wie Motorsport.com berichtet, bekam der Österreicher von Daimler-Boss Ola Källenius höchstselbst die Ansage, die Vereinbarung zwischen FIA und Ferrari zu akzeptieren.

Demnach traf sich Källenius am Rande des abgesagten Australien-GP mit Ferrari-Präsident John Elkann. Die beiden sollen sich darauf verständigt haben, dass Mercedes nicht mehr gegen die FIA/Ferrari-Vereinbarung protestiert, um einen weiteren Imageverlust für die Formel 1 zu verhindern. Källenius habe Wolff daraufhin angewiesen, den Beschluss der Alpha-Tiere zu befolgen.

Das heißt: Aus den 'Aufmüpfigen 7' wird das 'Aufmüpfige halbe Dutzend'.

Ola Källenius
Daimler-CEO Ola Källenius soll sich in Australien mit Ferrari-Präsident John Elkann getroffen haben, um den Mercedes-Protest gegen den FIA-Deal einzustampfen
© deutsche presse agentur

Red Bull jetzt die Speerspitze im 'Ferrari-Gate'

Laut F1-Insider.com übernimmt jetzt Red Bull die Führungsrolle in der Protest-Allianz, zu der außerdem noch McLaren, Renault, AlphaTauri, Racing Point und Williams gehören.

Die Teams wollen von der FIA wissen, ob Ferrari 2019 beim Spritdurchfluss denn nun beschissen hat - und wenn ja: wie. Außerdem haben die Rennställe FIA-Boss Jean Todt ins Visier genommen und wollen wissen, ob der Franzose (früher jahrelang Ferrari-Teamchef) die Untersuchungen zum Motor-Schummel selbst geführt hat.

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