Alltag in Syrien: Der Kampf ums Wasser in Damaskus hat begonnen

15. Januar 2017 - 11:30 Uhr

Dass Wasser auch eine Waffe sein kann - das haben die Kriegsparteien in Syrien für sich entdeckt. In der Hauptstadt Damaskus leiden Millionen Menschen unter Trinkwassermangel. Vor den Toren der Stadt gibt es erbitterte Kämpfe um die Versorgung, Anschläge erschüttern immer wieder die Metropole. 

Der Tod ist allgegenwärtig

Auch wenn in Damaskus eine Waffenruhe vereinbart wurde, zur Ruhe kommt die Stadt nicht. Ein paar Kilometer vom Zentrum entfernt immer das gleiche Bild: Trauer und Wut. Ein Sarg wird zu Grabe getragen, man hört Gewehrsalven. Erst vor wenigen Tagen hat sich hier ein Selbstmord-Attentäter in die Luft gesprengt und mindestens sieben Menschen mit in den Tod gerissen.

Aber der Terror ist nicht die einzige Sorge. Die öffentliche Wasserversorgung funktioniert nicht. Es gibt lange Schlangen an den Tankwagen der Feuerwehr, denn Rebellen haben die Wasserversorgung in die Hauptstadt gekappt.

Die Wasserversorgung der syrischen Hauptstadt ist seit kurz vor Weihnachten unterbrochen. Rebellen und Regierung machen sich gegenseitig dafür verantwortlich. In den vergangenen Tagen waren die Kämpfe um die Wasserpumpen zunächst zurückgegangen. Eine russische Delegation hatte nach Angaben aus Militärkreisen versucht, über die Reparatur oder einen Zugang der Regierung zu den Pumpwerken in dem Tal zu verhandeln.

Die von Russland und der Türkei verhandelte Waffenruhe ist weiter brüchig. Menschenrechtsbeobachter berichten von schweren Kämpfen rund 45 Kilometer südlich von Damaskus.