"Alles tut mir weh" – Kinder im Kongo bauen Rohstoffe für unsere Smartphones ab

2. März 2017 - 21:13 Uhr

Sie schuften, damit wir immer erreichbar sind

In Barcelona geht die größte Handy-Messe der Welt zu Ende. Die Hersteller haben dort ihre neuesten Modelle präsentiert. Schon bald dürfen die Geräte in unseren Geschäften landen, denn beim Smartphone, das wir täglich benutzen, darf es für viele gerne das Neueste von Neuen sein. Was viele dabei gerne ausblenden: Die Geräte werden oft unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt.

Ohne Kobalt geht gar nichts

Die Akkus enthalten unter anderem Kobalt. Das seltene Metall ist vermutlich bald wertvoller als Gold. In Kobaltminen werden laut der Menschenrechtsorganisation 'Amnesty International' Tausende Kinder ausgebeutet. Dorsan (8) und sein Bruder Richard (11) arbeiten in einer Mine in der Demokratischen Republik Kongo. Zwölf Stunden am Tag schufen die beiden und bekommen dafür umgerechnet gerade einmal etwas mehr als einen Euro.

Es sind erschütternde Bilder. Die Kinder fördern den wertvollen Rohstoff von Hand – echte Knochenarbeit. Sie arbeiten bei jedem Wetter und stehen ohne Schuhe im knöcheltiefen Schlamm. Auch Atemschutzmasken oder Handschuhe gibt es keine. Wer nicht schnell und gründlich genug ist, dem drohen Schläge.

Dorsan hat seit zwei Tagen nichts mehr gegessen

Die Kleinen rackern sich ab wie Sklaven und am Ende bleibt noch nicht einmal genug Geld für eine ordentliche Mahlzeit. Dorsan hat seit zwei Tagen nichts mehr gegessen. Mit seinen acht Jahren ist er noch nicht einmal der Jüngste, der in der Mine arbeitet. Sogar Vierjährige werden hier schon voll eingesetzt. "Wenn ich morgens aufwache, mag ich gar nicht daran denken, dass ich hier wieder arbeiten muss – alles tut mir weh", erzählt Richard. Eine andere Wahl bleibt dem Jungen aber nicht. Ohne das Geld, das er verdient, würde die Familie gar nicht über die Runden kommen.

Die Kinder werden als billige Arbeitskräfte missbraucht, während die großen Unternehmen in den USA und in China so Millionenprofite ein streichen. Kobalt ist ein wichtiger Bestandteil von Lithium-Ionen-Akkus, die in Handys, Laptops und Elektroautos verbaut werden. Ohne das Metall würden Milliarden Bildschirme heute schwarz bleiben. Die Kinder, die unter der schweren Arbeit leiden müssen, werden allerding wohl niemals genug Geld verdienen, um sich selbst ein Smartphone leisten zu können.