1,3 Kilometer entlang der Schnellstraße

Auf diesem gefährlichen Schulweg fahren die Autos 100 km/h

Auf diesem gefährlichen Schulweg fahren die Autos 100 km/h 1,3 Kilometer entlang der Schnellstraße
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1,3 Kilometer entlang der Schnellstraße
Auf diesem gefährlichen Schulweg fahren die Autos 100 km/h

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100 km/h schnelle Autos und kein Bürgersteig.

Josefine (14) und Max (11) aus Osterfeld in Nordhessen fahren jeden Tag mit dem Bus in die Schule – so wie viele andere Kinder in Deutschland auch. Doch nach der sechsten Stunde wird es für die beiden gefährlich: Da der Bus am Mittag nicht mehr in ihrem Ort, sondern nur noch am Ortrand hält, müssen die Geschwister 1,3 Kilometer an einer kurvenreiche Schnellstraße entlang laufen – mit 100 km/h schnellen Autos und ohne Bürgersteig.

Mutter Silke: "Man kann jeden Tag damit rechnen, das irgendwas passiert"

Ein Albtraum für Mutter Silke Schelberg, die sich täglich Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder macht. "Man kann jeden Tag damit rechnen, das irgendwas passiert. Und es ist nicht schön, wenn dann irgendwann die Polizei mal vor der Tür steht“, erzählt sie uns im RTL-Interview. Dabei ist die Lösung denkbar einfach: Der Bus müsste lediglich einen Schlenker in ihr Dorf machen. "Der Bus fährt auf der Bundesstraße vorbei. Man kann ihn sehen, aber er fährt nicht in den Ort rein“, empört sich Vater Markus.

Neuer Fahrplan frühestens Ende des Jahres

Unser Reporter fragt beim zuständigen Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) nach. Dort erklärt man uns, dass es derzeit weder genügend Busse noch Fahrer gibt, um zusätzliche Halte wie den in Osterfeld anzufahren. Aber: „Ende des Jahres wird der Fahrplan neu bewertet und dann wird auch diese Überlegung mit einfließen“, so Sabine Herms, Sprecherin des NVV.

Düstere Aussicht für den Winter

Ein paar Monate müssen Josefine und Max also noch zu Fuß gehen. Die 14-Jährige ist von dieser Aussicht nicht begeistert: „Der Schneepflug schiebt den Schnee auf den Grünstreifen, auf dem wir laufen. Also müssen wir auf die Straße. Dann kann es ja auch sein, dass es glatt ist und die Autos ins Schleudern kommen“. Eine Aussicht, die Familie Schelberg tief beunruhigt.