Alleinerziehende: Lage wird immer ernster

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27. August 2015 - 10:13 Uhr

Alleinerziehende seit Jahren benachteiligt

Seit 2008 hat sich die Lage für Alleinerziehende immer mehr verschlechtert. Nach der Reform des Unterhaltsgesetzes scheint Erziehung immer häufiger in dem Bewusstsein zu stehen, dass es ausreicht, für die Kinder nach einem achtstündigen Arbeitstag da zu sein. Das geht aus einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor.

Eine der Folgen ist, dass immer mehr Alleinerziehende die Lebensform der Wohngemeinschaft suchen, da sie sich einen eigenen Lebensraum kaum mehr leisten können, berichtet der 'Spiegel'. Einen Nebeneffekt hat das Ganze auch: So können jeweilige Mitbewohner für die Kinder da sein, wenn der Alleinerziehende arbeiten muss. "Auch die Rechtsprechung setzt Alleinerziehende massiv unter Druck, in Vollzeit zu arbeiten", so Annette Stein, von Bertelsmann.

Alleinerziehende ziehen häufiger in Wohngemeinschaften

Und tatsächlich hat sich bei der Internetplattform 'WG-Gesucht' die Zahl der Inserate von Menschen mit Kindern seit dem Jahr 2011 verdreifacht, wie die Betreiber der Seite berichten. In Berlin sind die meisten Inserate von diesem Typus aufgegeben worden. Auf den Plätzen zwei und drei liegen Hamburg und München.

Dem 'Spiegel' sagte die Soziologin Sabina Enzelberger: "Gerade Alleinerziehende mit höherem Bildungsstand organisieren sich zunehmend in Netzwerken." Miriam Hoheisel vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter mahnt gerade wegen dieser Entwicklung: "Das entlässt aber den Staat nicht aus seiner Verantwortung."