Osterurlaub endet in einer Tragödie

Alle Opfer sollen Deutsche sein: 29 Menschen sterben bei Busunglück auf Madeira

18. April 2019 - 13:17 Uhr

Der Reisebus stürzte in die Tiefe

Auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira stürzte am Mittwochabend ein Reisebus in die Tiefe, mindestens 29 Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Die meisten Opfer sollen Touristen aus Deutschland sein. 28 weitere Personen wurden verletzt. Nach ersten Informationen wollten sie zu einem gemeinsamen Abendessen fahren, doch der heitere Abend kurz vor Ostern endet in einer Katastrophe. Im Video zeigen wir erste Aufnahmen der furchbaren Tragödie.

Fahrer hat in einer Kurve die Kontrolle über den Bus verloren

17.04.2019, Portugal, Canico: Rettungskräfte stehen nach einem schweren Busunglück auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira an dem Bus. Bei dem Busunglück auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira sind 29 Menschen ums Leben gekommen. Unter den
Der Bus soll mehrere Meter in die Tiefe gestürzt sein.
© dpa, Rui Silva, rsxxx pat wst

Das schreckliche Unglück ereignete sich dem örtlichen Zivilschutz zufolge gegen 18.30 Uhr in der östlich von Funchal gelegenen Gemeinde Caniço. Wie die Zeitung "Observador" berichtet, waren insgesamt 57 Menschen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren an Bord, darunter auch eine große Gruppe deutscher Touristen. Die Urlauber seien auf dem Weg von ihrem Hotel in ein Restaurant in der Provinzhauptstadt Funchal gewesen.

Währenddessen hatte der Fahrer offenbar in einer Kurve die Kontrolle über den Bus verloren, der daraufhin eine Böschung hinunter auf ein Haus stürzte und sich dabei mindestens einmal überschlug. Dessen einziger Bewohner war laut portugiesischen Medien zum Unfallzeitpunkt nicht zuhause. Viele Passagiere seien aus dem Fahrzeug geschleudert worden. Die Windschutzscheibe ist gesplittert, das Dach fast vollkommen abgerissen.

Auf einem Video ist der schreckliche Absturz des Busses zu sehen.

11 Männer und 18 Frauen unter den Opfern

Bus accident in Madeira makes 28 dead Funchal, 04-17-2019 - Accident with bus in Madeira makes 28 dead confirmed. He got off to Canico after the Quinta Esplendida Hotel. (Rui Silva / Aspres / Global Images) PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY RuixSilva
Der Reisebus hatte sich mindestens einmal überschlagen.
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Zahlreiche Rettungswagen waren im Einsatz. Auf Videos ist zu sehen, wie Helfer Verletzte stützen und in Sicherheit bringen. Im Hintergrund sind heulende Sirenen zu hören. 28 Menschen starben laut Medienberichten vor Ort. Eine Frau erlag am Abend ihren Verletzungen im Krankenhaus. Bei den Toten soll es sich um 11 Männer und 18 Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren handeln. Sie wurden in eine eigens eingerichtete Leichenhalle am Flughafen von Funchal gebracht.

Insgesamt sollen mindestens 28 weitere Menschen verletzt worden sein, darunter der portugiesische Fahrer und der Reiseleiter. Sie seien außer Lebensgefahr. Neun Personen konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen, vier befinden sich in einem "kritischen Zustand", sagte eine Sprecherin des Krankenhauses.

Eingeklemmtes Gaspedal könnte Schuld am Unfall sein

17.04.2019, Portugal, Funchal (Madeira): Screenshot eines Videos. Rettungsdienste bergen Verletzte nach einem schweren Busunglück auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira. Mindestens 28 Menschen sind ums Leben gekommen. Der Fahrer hatte offenbar i
Zahlreiche Rettungswagen waren auf Madeira im Einsatz.
© dpa, Uncredited, kno

Die genaue Unfallursache ist bislang unklar. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Der Inhaber des Unglücksfahrzeugs sagte den Ermittlungsbehörden seine uneingeschränkte Kooperation zu. "Es ist unser Wille und unser Bestreben, dass alle Fakten, Gründe und Verantwortlichkeiten des Unfalls ermittelt werden", teilte das Busunternehmen SAM mit.

Wie unsere RTL-Reporter vor Ort von Behörden erfahren haben, sei der sechs Jahre alte Bus in einem guten Zustand gewesen. Es handle sich auch um einen erfahrenen Busfahrer.

Laut Medienberichten könnte ein mechanisches Problem der Grund gewesen sein - entweder ein Bremsausfall oder ein eingeklemmtes Gaspedal. Der örtliche Abgeordnete Roberto Almada sagte lokalen Medien, dass das Gebiet als "Unfallschwerpunkt" bekannt sei. Es sei ein "sehr schwieriges Gebiet für Fahrer, besonders für Fahrer größerer Fahrzeuge". Ob die Insassen angeschnallt waren, ist noch unklar.

"Wir müssen leider davon ausgehen, dass Opfer aus Deutschland sind"

"Mit großer Erschütterung haben wir von dem tragischen Busunglück auf Madeira erfahren. Wir müssen leider davon ausgehen, dass Opfer aus Deutschland sind", twitterte das Auswärtige Amt noch am späten Mittwochabend. "Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Lissabon stehen mit den örtlichen Behörden in Kontakt", sagte eine Sprecherin der Behörde.

Der deutsche Botschafter in Portugal, Christof Weil, ist bereits auf Madeira angekommen und hat offenbar die Opfer im Krankenhaus besucht. Der Diplomat hat will sich auch ein Bild von der Unfallstelle machen.

"Mein Gott, ich bin sprachlos"

17.04.2019, Portugal, Funchal (Madeira): Screenshot eines Videos. Rettungsdienste bergen Verletzte nach einem schweren Busunglück auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira. Mindestens 28 Menschen sind ums Leben gekommen. Der Fahrer hatte offenbar i
Mehrere Rettungskräfte waren am Unglücksort im Einsatz.
© dpa, Uncredited, kno

Portugals Ministerpräsident António Costa kondolierte via Twitter Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er sei bestürzt und übermittle der Kanzlerin "in dieser schweren Stunde" sein Bedauern.

"Mein Gott, ich bin sprachlos", sagte Filipe Sousa, er ist Bürgermeister der Gemeinde Santa Cruz. Die Regionalregierung auf Madeira ordnete eine dreitägige Trauerzeit an. Die Flaggen an öffentlichen Gebäuden werden auf halbmast gesetzt. 

"Entsetzliche Nachrichten aus Madeira"

​Die Bundesregierung hat bestürzt auf das Busunglück in Madeira reagiert. "Entsetzliche Nachrichten erreichen uns aus Madeira", twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Unsere tiefe Trauer gilt all denen, die in dem verunglückten Bus ihr Leben verloren haben, unsere Gedanken sind bei den Verletzten." Besorgte Angehörige können sich laut Seibert an das Auswärtige Amt unter der Rufnummer 030/5000-3000 wenden.