Alkoholsüchtige Senioren: In diesem Altenheim in Düsseldorf darf getrunken werden

09. März 2018 - 21:44 Uhr

Jeder Zehnte im Altenheim kommt nicht vom Alkohol los

Rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland gelten laut der Drogenbeauftragten der Bundesregierung als alkoholabhängig. 9,5 Millionen Menschen trinken so viel, dass es gesundheitlich riskant ist. Aber was passiert eigentlich, wenn diese Leute in ein Alter kommen, in dem sie sich nicht mehr alleine zurechtkommen?

Die Düsseldorfer Senioren trinken soviel wie der Arzt erlaubt

Alkohol im Altenheim
Jeder zehnte Bewohner im Altenheim kommt nicht vom Alkohol los. (Foto: Motivbild)
© picture alliance, CHROMORANGE / Karl-Heinz Sprembe

Ein Entzug ist im hohen Alter oft nicht mehr möglich. Rund jeder zehnte Bewohner von Seniorenheimen kann nicht auf alkoholische Getränke verzichten, so das Bundesgesundheitsministerium. In Düsseldorf gibt es ein Altersheim, das sich auf alkoholsüchtige Senioren spezialisiert hat. Die Nachfrage nach Plätzen ist so groß, dass das 'Caritas Altenzentrum St. Josef' die Anzahl der Zimmer auf der Station jetzt sogar verdoppeln will.

In der Pflegeeinrichtung in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen geht es nicht darum, die Senioren vom Alkohol wegzubekommen, sondern ihnen dabei zu helfen, die Sucht unter Kontrolle zu bringen. Zutrinken bekommen die Bewohner nur so viel, wie der Arzt erlaubt hat. Ein straffes Tagesprogramm hilft den Senioren, sich von ihrer Sucht abzulenken. Die meisten kommen inzwischen mit ein paar Gläsern Wein, Sekt oder Bier aus und trinken sich nicht mehr bis zum Vollrausch. Wie das Konzept bei den süchtigen Senioren ankommt, sehen Sie im Video.