Alkohol in der Schwangerschaft - lebenslange Folgen für das Kind

© dpa, Felix Heyder

12. August 2016 - 15:33 Uhr

Fetales Alkoholspektrum-Störung bei Kindern

Laut Schätzungen werden jedes Jahr in Deutschland bis zu 10.000 Kinder mit der sogenannten "Fetalen Alkoholspektrum-Störung" (FASD) geboren. Damit ist FASD die häufigste angeborene Behinderung. Jede siebte Frau trinkt gelegentlich in der Schwangerschaft Alkohol, wie eine Studie ergeben hat, und setzt somit die körperliche und geistige Entwicklung ihres Kindes aufs Spiel.

Bereits kleine Mengen Alkohol in sporadischen Abständen können ausreichen. Was viele Mütter ebenfalls unterschätzen: Schon ein einziger Alkoholexzess in der Schwangerschaft kann das Kind schädigen. Diese alarmierenden Ergebnisse bilden den Ausgangspunkt für eine Reportage des RTL-Magazins Extra, die am Montag um 22:15 Uhr ausgestrahlt wird. Extra hat vier Kinder mit FASD begleitet und Einblicke in ihren Alltag bekommen.

"Alkohol kann das Gehirn des Kindes in jeder Phase der Schwangerschaft schädigen", erklärt Dr. Heike Hoff-Emden, Kinderärztin und Leiterin des Sozialpädiatrischen Zentrums Leipzig, und weist auf mögliche schwerwiegende Folgen wie FASD hin: "Die Fetale Alkoholspektrum-Störung ist eine lebenslange Behinderung. Das Gehirn kann sich nicht mehr reparieren. FASD-Kinder sind schneller überlastet. Sie haben oft Wutanfälle. Das ist immer in Situationen, in denen sie nicht weiterkommen, oder einfach überlastet sind. Diesen Zustand gibt es bei allen Kindern mal, dass sie kaputt und müde sind, aber bei FASD-Kindern ist es häufiger, früher, schlimmer."

Extra hat drei Brüder im Alter zwischen acht und vierzehn Jahren, die heute bei den Großeltern leben und alle von FASD betroffen sind, begleitet. Besonders heftig zeigt sich ihre Behinderung in ihrer Aggressivität. In ihren Wutausbrüchen verlieren sie die Kontrolle, zerstören sogar ihr Lieblingsspielzeug. Auch Alexia (13) ist von FASD betroffen. Geistig ist sie in vielen Bereichen nur auf dem Niveau einer Siebenjährigen: "Meine Welt steht immer Kopf, weil mein Gehirn nur halb funktioniert. Und der Kopf von anderen Kindern funktioniert ganz." Schon ein normaler Einkauf im Supermarkt überfordert das Mädchen. Ohne Begleitung kann sie das Haus nie verlassen. Ein eigenständiges Leben wird sie wahrscheinlich niemals führen können.

Außerdem spricht Extra mit einer Mutter, deren Alkoholkonsum in der Schwangerschaft ernsthafte Folgen für ihren Sohn hatte. Franziska war gerade erst volljährig, als sie schwanger wurde - ungeplant. Erst nach fünf Wochen bemerkte sie die Schwangerschaft. Ein paar Partywochenenden in diesem Zeitraum haben bereits ausgereicht, um den Jungen für immer zu schädigen. Auch er wird niemals alleine leben können.

Die ganze Reportage zeigt RTL am Montag, 26. Oktober, um 22:15 Uhr bei Extra.