Algerien setzt hunderte Migranten in der Wüste aus - zwei Tote?

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16. Juli 2018 - 21:18 Uhr

Zwei Menschen sollen "mitten im Nirgendwo" gestorben sein

Der Bericht der Internationalen Organisation für Migration (IOM) klingt schier unglaublich: Algerien soll zum wiederholten Male Migranten ohne Nahrung und Wasser "mitten im Nirgendwo" ausgesetzt haben. Knapp 400 Menschen sollen es gewesen sein, zwei von ihnen hätten die Tortur nicht überlebt.

Migranten müssen zu Fuß durch die algerische Wüste laufen

Der Großteil der Flüchtlinge stamme aus Guinea, weitere kämen von der Elfenbeinküste, dem Senegal und Kamerun, teilte die IOM mit. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen hatten Algerien zuletzt vorgeworfen, illegale Migranten festzunehmen und an der Grenze zum Niger in der Wüste auszusetzen. Die Menschen müssten dann teils lange Strecken zu Fuß durch die Wüste zurücklegen.

Seit Oktober 2017 verstärkt die EU den Druck auf nordafrikanische Länder. Möglichst wenige Flüchtlinge sollen den Weg über diverse Routen nach Europa wagen. In Algerien kommen jeden Tag zahlreiche Migranten an – doch aufnehmen kann oder will das Land diese Menschen nicht. Finanzielle Unterstützung gibt es von der EU keine mehr. Die Situation scheint Algeriens unmenschliche Abschiebepraxis zu begünstigen.

Algeriens Innenminister Noureddine Bedoui wies die Vorwürfe bereits am Sonntag zurück. Algerien sei einer Kampagne ausgesetzt, zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur APS. Algerien habe sich immer für afrikanische Migranten eingesetzt. Seit 2015 sind nach algerischen Angaben rund 27.000 Menschen in ihre Heimatländer südlich der Sahara zurückgebracht worden.

Quelle: DPA