Algerien schickt 13.000 Flüchtlinge in die Wüste – mit dem Wissen der EU

27. Juni 2018 - 18:32 Uhr

Afrikanische Länder unter Druck

Die Europäische Union blockiert mittlerweile viele Flüchtlingsrouten nach Europa. Das bringt viele nordafrikanische Länder in Bredouille – und verleitet sie zu unmenschlichen Taten.

Algerien bekommt keine EU-Hilfe

Seit Oktober 2017 verstärkt die EU den Druck auf nordafrikanische Länder. Möglichst wenige sollen den Weg über diverse Flüchtlingsrouten nach Europa wagen. In Algerien kommen jeden Tag zahlreiche Flüchtlinge an – aus Mali, der Elfenbeinküste, Guinea. Doch das Land kann und will nicht alle aufnehmen. Dazu fehlt die finanzielle Hilfe der EU, die Algerien nicht bekommt. Also was tun?

Flüchtlinge sterben in der Wüste

Algerien greift seit der Blockade zu drastischen Mitteln. Laut der französischen Agentur AP soll das Land in den letzten Monaten 13.000 Menschen in die Sahara geschickt haben. Teils ohne Wasser und Essen, teils unter Androhung von Gewalt. Die meisten von ihnen Männer, viele Frauen und Kinder. Ziel der Flüchtlinge ist meist der Grenzposten Assamaka im Niger, ein in sich zusammenfallender Außenposten. Andere irren tagelang durch die Wüste und sterben. Viele andere werden mit Lastwagen in den Süden gefahren und einfach ausgesetzt.

Die EU weiß alles

Ein Sprecher der Europäischen Union sagte gegenüber AP, man sei sich dessen bewusst, was in Algerien geschieht. Solange aber keine internationalen Gesetze verletzt würden, dürften eigenständige Länder Flüchtlinge ausweisen. Die EU scheint an der Lage nichts ändern zu wollen. So müssen Algerien und die anderen nordafrikanischen Staaten weiter alleine mit dem Flüchtlingsproblem klarkommen. Und wir damit, dass sie zu solch drastischen Mitteln greifen.