Emotionale Rede vor dem US-Kongress

Alexandria Ocasio-Cortez reagiert beeindruckend auf sexistische Beleidigung von Abgeordnetem

24. Juli 2020 - 11:46 Uhr

"F***g Bitch" wehrt sich gegen Sexist

Alexandria Ocasio-Cortez ist nicht nur eine bekannte Politikerin, sie ist auch eine offene und mutige Frau. Das zeigte sie jetzt mit einer Rede vor dem US-Kongress, in der sie sich mit eindrucksvollen Worten gegen sexistische Beleidigungen des Republikaners Ted Yoho zur Wehr setzte. Ihren starken Auftritt nutzte sie, um das üble Verhalten vieler Männer als kulturelles Problem anzuprangern. Es gebe eine "sexistische Kultur der Duldung von Gewalt und gewalttätiger Sprache gegenüber Frauen."

"Meine Eltern haben mich nicht dazu erzogen, Beschimpfungen von Männern zu akzeptieren"

Alexandria Ocasio-Cortez und Ted Yoho gerieten in einen Gender-Streit.
Alexandria Ocasio-Cortez und Ted Yoho gerieten in einen Gender-Streit.
© AP

Die Politikerin war von dem republikanischen Abgeordnete Ted Yoho beleidigt worden. Sie hatte gesagt, die zunehmende Kriminalität in der Coronavirus-Pandemie lasse sich auf die steigende Arbeitslosigkeit und Armut zurückführen. Daraufhin habe Yoho ihr seinen Finger ins Gesicht gehalten und sie "widerlich, verrückt und gefährlich" genannt. Später nannte er sie eine vor Reportern eine "fucking bitch" ("verdammte Schlampe"). Zu diesem Zeitpunkt war sie allerdings nicht mehr anwesend.

Beim Versuch einer Rechtfertigung sagte Yoho unter anderem, dass er eine Frau und Töchter habe. Diese Aussage erwiderte Ocasio-Cortez ebenso emotional wie beeindruckend:

  • "Ich bin zwei Jahre jünger als die jüngste Tochter von Herrn Yoho. Ich bin auch die Tochter von jemandem. Mein Vater ist glücklicherweise nicht mehr am Leben, um zu sehen, wie Herr Yoho seine Tochter behandelt hat. Meine Mutter hat die Respektlosigkeit von Herrn Yoho in diesem Haus mir gegenüber im Fernsehen gesehen. Und ich bin hier, weil ich meinen Eltern zeigen muss, dass ich ihre Tochter bin und dass sie mich nicht dazu erzogen haben, Beschimpfungen von Männern zu akzeptieren."

Deutlicher Seitenhieb gegen Trump

In this image from video, Rep. Alexandria Ocasio-Cortez, D-N.Y., speaks on the House floor, Thursday, July 23, 2020 on Capitol Hill in Washington.   Ocasio-Cortez's objections to a Republican lawmaker's verbal assault on her expanded Thursday as she
Alexandria Ocasio-Cortez bei ihrer Rede vor dem US-Kongress.
© AP

Weiter sagte sie: "Eine Tochter zu haben, macht einen Mann nicht anständig. Eine Frau zu haben, macht einen Mann nicht anständig. Menschen mit Würde und Respekt zu behandeln, macht einen Mann anständig", sagte sie. Ein anständiger Mann entschuldige sich "nicht, um sein Gesicht zu wahren" oder eine Wahl zu gewinnen. "Er entschuldigt sich wahrhaftig, um den Schaden, den er angerichtet hat, zu reparieren."

Männer belästigten Tag für Tag Frauen und hätten das Gefühl, straflos davonkommen zu können, so Ocasio-Cortez. Dazu gehörten "Personen, die das höchste Amt in diesem Land innehaben und zugeben, Frauen wehzutun". Eine Anspielung auf das im Wahlkampf 2016 aufgetauchte Video aus dem Jahr 2005, in dem Donald Trump damit angab, Frauen nach Belieben sexuell belästigen zu können ("Wenn Du ein Star bist, lassen sie dich alles machen. Ihnen an die Pussy fassen, alles.").