Alexander Zverev erstmals in einem Grand-Slam-Viertelfinale

Alexander Zverev bejubelt seinen Sieg
Alexander Zverev bejubelt seinen Sieg
© dpa, Alessandra Tarantino, PDJ lof

03. Juni 2018 - 16:57 Uhr

Unter fünf Sätzen macht es Zverev nicht

Alexander Zverev fiel nach dem Matchball erleichtert auf die Knie und genoss das Gefühl seines ersten Viertelfinal-Einzugs bei einem Grand-Slam-Turnier. Der Hamburger Tennisprofi steht nach dem dritten Fünf-Satz-Sieg erstmals bei einem der vier Top-Turniere unter den besten Acht.

Becker sieht "pure Leidenschaft"

Wie in den beiden Partien zuvor holte der Weltranglisten-Dritte auch gegen den Russen Karen Chatschanow einen 1:2-Satzrückstand auf und gewann noch 4:6, 7:6 (7:4), 2:6, 6:3, 6:3. Nächster Gegner bei den French Open in Paris ist am Dienstag der Österreicher Dominic Thiem, der in den vergangenen beiden Jahren jeweils im Halbfinale stand.

"Ich bin noch jung. Diese Fünf-Satz-Matches sind hart für mich, aber schön fürs Publikum", sagte Zverev. "Mal sehen, wie es mir in den nächsten Tagen geht. Es wird nicht leichter." Der deutsche Herrentennis-Chef Boris Becker meinte als TV-Experte bei Eurosport: "Was für ein Moment, was für eine Situation, er hat sich das redlich verdient." Auch Becker war begeistert von Zverevs Kämpferqualitäten: "Pure Leidenschaft, er muss diesen Sport lieben, sagenhaft."

Für Zverev begann die Partie mit einem Break optimal, der Vorteil war aber postwendend wieder weg. Auf dem Court Suzanne Lenglen lief es schon im ersten Satz nicht rund. Beim 4:5 besaß Chatschanow zwei Satzbälle, als der Schiedsrichter beim zweiten eine Aus-Entscheidung überstimmte, schrie Zverev laut und warf zum Unmut buhender Zuschauer frustriert seinen Schläger, weil der Punkt wiederholt werden musste. Er wehrte auch diese Chance dann ab, bei der dritten holte sich der 22-jährige Chatschanow den Satz.

Zverev nicht so frisch wie gewohnt

Tennis - French Open - Roland Garros, Paris, France - June 3, 2018   Germany's Alexander Zverev reacts during his fourth round match against Russia's Karen Khachanov   REUTERS/Gonzalo Fuentes
Die French Open sind für Alexander Zverev Schwerstarbeit
© REUTERS, GONZALO FUENTES, RC

Der Weltranglisten-38., der Zverev seit Juniorenzeiten kennt, agierte verließ sich ebenfalls auf den Aufschlag sowie die aggressiven Grundschläge. Im zweiten Durchgang kam Zverev bei sommerlicher Wärme zur Mittagszeit endlich besser ins Spiel. Beim 5:4 vergab er trotz eigenen Aufschlags drei Satzbälle. Ein Ass bei der insgesam vierten Möglichkeit im Tiebreak bedeutete dann den Ausgleich.

Aber noch nicht die Wende: Mit schon zwei schweren Fünf-Satz-Matches in den Knochen wirkte Zverev nicht so frisch wie gewohnt. Der dritte Satz lief fast ein bisschen am 21-Jährigen vorbei. Ein wenig aus dem Nichts holte er sich im vierten einen 4:2-Vorsprung und glich erneut mit Mühe aus - wieder mit einem Ass.

Trotz einer Blase am linken Fuß legte er sofort mit einem Break in dem nun wieder intensiven und auch hochklassigen Match nach. Chatschanow konnte in seinem zweiten French-Open-Achtelfinale nach 2017 nicht mehr kontern, nach 3:29 Stunden verwandelte Zverev gleich den ersten Matchball.

Quelle: DPA/RTL.de