Alexa belauscht US-Ehepaar und verschickt Aufzeichnung an einen Bekannten

© REUTERS, Elijah Nouvelage, HK/EN yh

25. Mai 2018 - 11:59 Uhr

Wunderwerk der Technik

Da steht es. Hübsch platziert auf dem Beistelltisch am Sofa, auf dem Regal, der Kommode oder sonstwo im Herzen der eigenen vier Wände. Amazons zylindrisches Wunderwerk der Digitaltechnik, ausgestattet mit Lautsprechern, Mikrofonen und Mikrochips. Um uns tagtäglich jederzeit willfährig zu Diensten zu sein: "Alexa, mach mal Licht, Alexa, ist noch Kaffee da, wenn ja, koch mal welchen, spiel mir das Lied vom Tod oder irgendwas von den Ramones."

Alexa kann mehr als man denkt - oder möchte

Auch Danielle und ihr Ehemann aus Portland (US-Bundesstaat Oregon) greifen auf Alexas Dienste zurück, um Licht, Heizung, Alarmanlage und andere komplizierte Dinge zu kontrollieren. Dabei mussten sie feststellen, wie der US-Lokalsender 'Kiro7' berichtete, dass Alexa noch ganz andere Dinge kann: Die digitale Dienerin lauscht ganz unverfroren mit, und muss sich dafür nicht mal mehr – wie im vergangenen Jahrtausend in unbequemer Position an der Zimmertür lauschen. Alexa bleibt einfach da, wo sie ist und macht das, was sie will, wenn sie nicht gerade unterbrochen wird, um die Jalousie runterzulassen oder die Zimmerfeuchtigkeit zu messen.

Danielle war schockiert, als das Telefon klingelte und der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung über Alexas Untaten aufklärte: "Dreh ihr den Saft ab – ihr wurdet gehackt!"

Danielle tat wie ihr (vom Anrufer, nicht von Alexa) geheißen und zog den Stecker. Dann berichtete der Anrufer, ein Angestellter von Danielles Ehemann, dass er Audioaufnahmen per Email geschickt bekommen habe. Aufzeichnungen eines Gesprächs zwischen Danielle und ihrem Ehemann, von Alexa mitgeschnitten und verschickt. Danielle konnte nicht fassen, dass jemand in knapp 300 Kilometer Entfernung jedes Wort der Wohnzimmerunterhaltung des Ehepaares mithören konnte.

Amazon versteht es auch nicht

Fassungslos wandte das Ehepaar sich an Amazon. Die Firma schickte einen Techniker, der den beiden aber auch nicht helfen konnte. Er konnte ihnen nicht mal sagen, ob so etwas öfter vorkommt. Der Konzern erklärte auf Nachfrage von 'Kriro7': "Amazon respektiert die Privatsphäre und nimmt die Belange um sie herum sehr ernst. Wir haben die Geschehnisse untersucht und sind zu der Feststellung gelangt, dass es sich hier um einen sehr, sehr seltenen Einzelfall handelt. Wir unternehmen alles, um so etwas in Zukunft zu vermeiden."

Na dann: Schönen Dank, Alexa!