Tsunami-Warnung wieder aufgehoben - Schon eine ein Meter hohe Welle ist gefährlich

Schweres Erdbeben vor Alaska (USA)

Starkes Erdbeben vor der Küste von Alaska
Starkes Erdbeben vor der Küste von Alaska
© dpa, Frank Rumpf, lea sab

22. Juli 2020 - 12:08 Uhr

Erdbeben der Stärke 7,8: Tsunami-Warnung für Alaska

Ein schweres Erdbeben im Meer hat eine Tsunami-Warnung für Alaska ausgelöst. Menschen der Küstenregion sind aufgefordert worden, vor einer möglichen Flutwelle zu flüchten. Das Erdbeben hat sich etwa 120 Kilometer südlich des Ortes Chignik im Golf von Alaska ereignet. Zentrum des Bebens der Stärke 7,8 lag in zehn Kilometern Tiefe im Süden Alaskas entfernt, wie die US-Erdbebenwarte USGS berichtete.

Sirenenalarm warnt vor möglicher Flutwelle

Auf Twitter kursieren erste Videos, die den Sirenenalarm zeigen. Damit wurde die Bevölkerung vor einem drohenden Tsunami gewarnt.

Die Behörden sprachen zunächst eine Tsunami-Warnung für den Süden des Bundesstaats aus, hoben diese aber mittlerweile wieder auf. Berichte über Schäden oder Verletzte gibt es nicht.

Experte vom GFZ Potsdam beurteilte die Lage

Dr. Jörn Lauterjung ist Direktor 'Daten-, Informations- und IT-Dienste' am Deutschen GeoForschungZentrums GFZ in Potsdam. Er erklärt im Gespräch mit RTL/wetter.de, warum bei dieser Lage ein Tsunami nicht unwahrscheinlich ist.

Wie wahrscheinlich ist ein Tsunami?

"Die Entstehung eines Tsunami bei einem Subduktionsbeben (eine tektonische Platte taucht unter eine andere ab) dieser Stärke ist sehr wahrscheinlich."

Wie wahrscheinlich ist es, dass sich ein solcher Tsunami in Richtung Küste bewegt?

"Die Störungszone verläuft parallel zur Küste Alaskas. Die Energie geht also in zwei Richtungen, einmal zur Küste und einmal entgegengesetzt in Richtung offenes Meer."

Kann man die Höhe eines Tsunamis abschätzen?

"Nur mit der richtigen Datenlage, also nur, wenn Messstationen im Meer oder an der Küste stehen. Sonst kann man das nur schätzen. Für die Küstenstädte ist es aber egal, ob die Welle zum Beispiel einen oder zwei Meter hoch ist, denn beides ist gefährlich."