Lohnendes Ziel für Terroristen

Alarm an deutschen Flughäfen: Das sagt RTL-Terrorexperte Michael Ortmann dazu

21. Dezember 2018 - 15:41 Uhr

Täter sollen Islamisten-Kontakte haben

Nach der Warnung vor einem geplanten Anschlag auf den Stuttgarter Flughafen fahndet die Polizei noch immer nach vier Verdächtigen. Mindestens einer der Männer soll aus dem radikalislamischen Milieu stammen. Warum gerade Flughäfen als Ziel für Attentäter besonders lohnenswert erscheinen, erklärt RTL-Terrorexperte Michael Ortmann im Video.

Verdächtige machten Fotos vor dem Flughafengebäude

Die Männer fielen letzte Woche den französischen Behörden auf. Am Pariser Charles-de-Gaulle-Flughafen fuhr ein Sprinter mit deutschem Kennzeichen vor. Ein Mann stieg aus, machte Fotos, stieg wieder ein und das Auto fuhr davon. Das kam der Polizei merkwürdig vor. Bei der Überprüfung des Kennzeichens fiel auf, dass der Autobesitzer bei den deutschen Behörden als "Gefährder" gelistet war, berichtete die französische Zeitung "Journal du Dimanche". Auch am Stuttgarter Flughafen wurden die Männer gesehen.

Die Ermittler suchen nun nach einem Vater und einem Sohn aus Nordrhein-Westfalen und zwei weiteren Männern. Vermutlich planten sie einen Anschlag auf einen Flughafen im deutsch-französischen Grenzgebiet. Laut SWR kam die Polizei den mutmaßlichen Islamisten durch einen Tipp der marokkanischen Sicherheitsbehörden auf die Schliche.

"Geheimdienste müssen global arbeiten"

"Inzwischen haben gerade die europäischen Geheimdienste gelernt, dass vor allem der Austausch wichtiger Informationen existentiell ist", erklärt Michael Ortmann. "Der Terror ist global und insofern müssen auch die Geheimdienste global arbeiten." In diesem Fall hat auch die Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst in Marokko vorbildlich geklappt. "Der marokkanische Geheimdienst ist seit Jahren schon sehr wachsam, sehr aufmerksam", sagt der Terrorexperte.

Die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen in Baden-Württemberg bleiben weiterhin erhöht. Der Stuttgarter Airport und die Flughäfen Friedrichshafen, Mannheim und Karlsruhe/Baden-Baden sind betroffen. Gerade jetzt kurz vor Weihnachten herrscht dort besonders viel Betrieb.