Alain Altinoglu will breites Musik-Spektrum erarbeiten

Alain Altinoglu, designierter Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters, nimmt an den Proben im Sendesaal des Hessischen Rundfunks (hr) teil. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild/dpa
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15. Februar 2020 - 8:40 Uhr

Der designierte Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters, Alain Altinoglu, übernachtet nur ungern in Hotels. "Ich koche gerne und habe gern meine eigene Küche. Und wenn man immer nur im Hotel ist, kann man beides nicht wirklich. Da habe ich nicht mein Olivenöl und meine Kräuter", sagte der 44-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Er überlege daher, sich zu seinem Amtsantritt in Frankfurt eine Wohnung in Hessen zuzulegen. "Ich habe ein Haus in Paris und eine Wohnung in Brüssel. Die Städte liegen ja nur eine Stunde mit dem Zug voneinander entfernt", sagte er. "Und Frankfurt ist auch nicht weit weg davon."

Der gebürtige Pariser wird von der Saison 2021/22 an neuer Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters in Frankfurt. Er löst den Kolumbianer Andrés Orozco-Estrada ab, der das Orchester seit 2014 leitet. Zudem bleibt Altinoglu bis 2025 Musikalischer Direktor des Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel. In Paris unterrichtet er seit 2014 die Dirigierklasse des Conservatoire Supérieure de musique et danse, an dem er einst selbst studiert hat.

Zu seinen Plänen mit dem hr-Sinfonieorchester hält sich der Musiker noch bedeckt. "Da haben wir noch Zeit." Er wolle jedoch versuchen, "das größtmögliche Spektrum an Musik zu präsentieren". Auch konzertante Opern-Vorstellungen schließe er nicht aus. "Ich glaube, es ist wichtig, dass jedes Sinfonieorchester manchmal eben auch Opern spielt", sagte er. Das hr-Sinfonieorchester sei mit seiner enormen Flexibilität dafür extrem gut geeignet. "Sie sind einfach fantastisch", lobte der 44-Jährige, der bereits an nahezu allen bedeutenden Opernhäusern weltweit dirigiert hat.

Bei deutschen Orchestern schätzt er vor allem die Disziplin und das Gespür für Kollektivität. Deren Musiker stellten nicht die eigene Individualität in den Vordergrund, sondern rückten die Gemeinschaft in den Mittelpunkt. "Das ist auch der Grund, weswegen die Deutschen so oft im Fußball gewinnen. Aber irgendwann gewinnen wir Franzosen auch noch...", scherzte der Musiker.

Quelle: DPA