Betonkoloss stürzt zu Boden

AKW-Kühlturm: So überrascht der Einsturz unsere Reporterin

09. August 2019 - 17:01 Uhr

AKW-Kühlturm bricht unter eigenem Gewicht zusammen

Der Kühlturm des einstigen Atomkraftwerks Mülheim-Kärlich bei Koblenz ist Geschichte. Um 15.38 Uhr stürzte der Betonkoloss zu Boden, vor den Augen unserer Reporterin Sarina Sprengelmeyer. Blöd nur, dass sie genau in diesem Moment vor der Kamera stand. Wie sie reagierte, zeigen wir im Video. 

Sprengung in Mülheim-Kärlich nicht möglich

Für das Abrissprojekt wurde der Kühlturm in den vergangenen Tagen "vorgeschwächt". In den Beton waren an bestimmten Stellen Schlitze gesägt worden. Zuvor hatte ein Abrissroboter über Monate die obersten etwa 80 Meter des Turmes abgetragen. Eine Sprengung war laut RWE unter anderem wegen der Nähe zum noch stehenden Reaktorgebäude nicht infrage gekommen.

AKW-Rückbau: Jahrzehnteprojekt

AKW Mülheim-Kärlich:  Abrissroboter
Die obere Hälfte des Kühlturms war in den vergangenen Monaten bereits von einem speziell dafür konstruierten Abrissroboter abgetragen worden.
© dpa, Thomas Frey, tfr kde rho

Einst war der Kühlturm des 1988 nach nur 13 Monaten Laufzeit vom Netz gegangenen Kraftwerks mit mehr als 160 Metern höher als der Kölner Dom. Der Rückbau des gesamten AKW läuft seit 2004 und wird voraussichtlich noch ein Jahrzehnt dauern. Grund für die kurze Laufzeit des Meilers war eine Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts. Bei den Planungen war die Erdbebengefahr im sogenannten Neuwieder Becken nördlich von Koblenz nicht ausreichend berücksichtigt worden.