Verhängen die Politiker nächste Woche noch schärfere Anti- Corona- Maßnahmen?

Zehn Tage im Teil-Lockdown und trotzdem verbessert sich nichts?

13. November 2020 - 11:34 Uhr

von Cordula Robeck

Die ersten Ministerpräsidenten schlagen schon Pflöcke ein für die Verhandlungen mit Kanzlerin Merkel am Montag. So zum Beispiel Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, CDU. Er sieht noch nicht die notwendigen Erfolge für eine baldige Lockerung. Auch sein Parteifreund, NRW Gesundheitsminister Karl- Josef Laumann, sagt im Interview mit RTL: "Ich persönlich bin eher in der Neigung zu glauben, dass Lockerungen im Dezember noch nicht gehen werden."

Dass aber die Läden, wie so mancher befürchtet, wieder zugemacht werden, scheint unwahrscheinlich: schon jetzt ist der Einzelhandel unter extremem Druck, viele Innenstädte leer, – das Geschäft in der Vorweihnachtszeit werden die Spitzenpolitiker kaum vollends kaputtmachen wollen. Am Sonntag bereiten die Chefs der Staatskanzleien der Bundesländer die Spitzenrunde für den nächsten Tag vor.

"Wir müssen noch ein paar Monate die Pobacken zusammenkneifen", appelliert der Chef des Robert- Koch- Instituts, Lothar Wieler. Sinkt die Zahl der Neu-Infektionen nicht, kommen die Kliniken an ihre Grenzen.

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Werden die Corona-Maßnahmen noch mal verschärft?

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Seit 10 Tagen im Teil-Lockdown und keine Besserung in Sicht?

Ganz Deutschland ist jetzt seit knapp 10 Tagen im Teil-Lockdown. Trotzdem meldet das Robert- Koch- Institut heute mehr als 21.800 neue positive Corona- Fälle, um rund 3.400 ist die Zahl seit gestern gestiegen. Und all diese Menschen könnten theoretisch schon weitere angesteckt haben. Auch die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid steigt stetig. Anlass für Entwarnung ist das kaum. Nur eins stimmt RKI-Chef Lothar Wieler optimistisch: die Kurve der Neuinfektionen steigt weniger stark als vor dem Lockdown- Light. Allerdings weiß auch noch niemand, ob das stabil weiter so bleibt.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet vor: gäbe es jeden Tag mehr als 20.000 neue Fälle und landen auch nur zwei Prozent davon auf Intensivstationen, hieße das: ganz schnell hätte man 4.000 neue Intensivpatienten. Und das verkraften die Krankenhäuser nicht. Deshalb warnt der Bundesgesundheitsminister vor zu viel Optimismus: selbst wenn nur die im November eingeführten Beschränkungen weiter bestehen bleiben, sei die Corona- Pandemie ja noch längst nicht überwunden. Heißt: es bleibt in jedem Fall ein Winter mit Kontaktbeschränkungen. Weihnachtsfeiern mit mehr als 10 Personen sieht Spahn nicht.

Ansteckungsrisiko an Schulen sehr hoch

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt: "So wie im Moment unterrichtet wird, sind die Gefahren für Lehrer und Schüler sehr hoch." GEW-Vorsitzende Marlis Tepe fordert, zumindest für eine Übergangszeit ein Wechselmodell einzuführen: "Je eine Gruppe wäre dann in der Schule, eine zu Hause." Und die Schüler zu Hause müssten dann genauso wie während der Schulschließungen im Frühjahr online unterrichtet werden. An mehr als 320 Schulen findet schon jetzt kein Präsenzunterricht mehr statt.

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