Bald verbotene Praxis in Portland

Aktivisten nutzen Gesichtserkennung gegen Polizei

A demonstrator records law enforcement officers at a protest against police violence and racial inequality during unrest in Portland, Oregon, U.S. September 27, 2020. REUTERS/Jim Urquhart
Protesters against police violence in Portland
CP, REUTERS, JIM URQUHART

Fotos von Polizisten gesammelt

Portland ist eines der Epizentren der Black-Lives-Matters-Bewegung, immer wieder gehen dort Menschen auf die Straßen, um gegen die Diskriminierung von Schwarzen zu protestieren. Wiederholt liefen die Proteste aus dem Ruder, es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. In der 650.000-Einwohner-Metropole im US-Bundesstaat Orgeon dürfen Polizisten bei Demonstrationen ihre Namensschilder verdecken. Dank einer Software können sie aber dennoch identifiziert werden, berichtet die „New York Times“.

Software erkennt bereits 20 Prozent der Polizisten Portlands

Der Programmierer und Menschenrechtsaktivist Christopher Howell habe mit Hilfe einer Gesichtserkennungs-Software eine Datenbank angelegt, die eine Vielzahl von Polizisten in Portland erkenne. Er habe Tausende Bilder von Polizeibeamten in Portland in sozialen Netzwerken gesammelt. Damit ließen sich etwa 20 Prozent der Polizisten in der Stadt erkennen, heißt es weiter.

Ob die Aktivisten die Entwicklung ihres Mitstreiters nutzen können, ist allerdings ungewiss. Seit September gilt in Portland ein Gesetz, das die Nutzung von Gesichtserkennungssoftware durch Polizei, Unternehmen und öffentliche Gruppen verbietet. Für Privatpersonen gilt die Regelung bisher nicht, doch ab dem kommenden Jahr sollen auch sie die automatische Gesichtserkennung nicht mehr nutzen dürfen.