Tierschützer entrüstet

China-Märkte verkaufen immer noch Hundefleisch

Hundefleisch-Festival in China
Hundefleisch-Festival in China
© dpa, Wu Hong, bsc

22. Juni 2020 - 12:56 Uhr

Aktivisten warnen vor Krankheiten durch Verzehr von Hundefleisch

Die Zentralregierung in China sieht Hunde mittlerweile als Gefährten und nicht als Vieh. Auf den Märkten im südchinesischen Yulin wird aber immer noch Hundefleisch verkauft – trotz neuer Richtlinien. Aktivisten warnen jetzt vor möglichen Krankheiten.

„Hundefleisch ist ein potenzieller Nährboden für eine Pandemie“

Trotz der Corona-Pandemie und einer Regierungskampagne für mehr Tierschutz ist in China das jährliche Hundefleisch-Festival in Yulin eröffnet worden. Dr. Peter Li, Chinapolitik-Spezialist sagte gegenüber "Sky News": "Wir wissen, dass Pandemien durch eine enorme Konzentration von Tieren verschiedener Arten verursacht werden – Tiere mit geschwächtem Immunsystem". Chinesische Aktivisten schätzen, dass jeden Tag 400 Hunde- und 200 Katzenkadaver im Vorfeld des jährlichen Hundefleisch-Festivals verkauft werden. "Hundefleisch ist ein potenzieller Nährboden für eine Pandemie", so Dr. Peter Li.

Lesen Sie hier, wie Südkorea im Kampf gegen den Verkauf von Hundefleisch vorgehen will.

Nur Richtlinien, kein Gesetz für den Verkauf von Hundefleisch in China

Anfang dieses Jahres änderte das chinesische Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten seine Tierklassifizierung, so dass Hunde nicht mehr als Nutztiere eingestuft werden. Doch das sind nur Richtlinien und noch kein Gesetz. Das jährliche Hundefleisch-Festival in Yulin ist nach wie vor fest verankert in Chinas Tradition und für viele nach wie vor eine Möglichkeit, Hundefleisch zu kaufen. Für Dr. Li müsse eine Veränderung her: "Langfristig ist es wirklich wichtig, dass China damit beginnt, ein nationales Gesetz zum Verbot der Hundefleischindustrie zu erlassen", so Li.

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