Umfrage

Viele Deutsche für Legalisierung von aktiver Sterbehilfe

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8. Juli 2019 - 10:18 Uhr

Zwei Drittel sind dafür

Rund zwei Drittel der Menschen in Deutschland würden einer Umfrage nach eine Legalisierung der aktiven Sterbehilfe befürworten. 67 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, 17 Prozent waren dagegen. Der Rest antwortete mit "weiß nicht" oder machte keine Angabe. In Ostdeutschland gibt es mit 72 Prozent mehr Befürworter als in Westdeutschland (65 Prozent).

In Deutschland ist nur passive Sterbehilfe erlaubt

Die Umfrage hatte das Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt.

Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland nicht erlaubt. Wer jemanden auf dessen Wunsch tötet, wird mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft. Passive Sterbehilfe durch das Abschalten von Apparaten sowie indirekte Sterbehilfe, bei der starke Medikamente Schmerzen lindern und als Nebenwirkung das Sterben beschleunigen, sind zulässig. Auch ist es erlaubt, ein Medikament zur Selbsttötung bereitzustellen, das der Betroffene selbst einnimmt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte in dieser Woche entschieden, dass Ärzte nicht verpflichtet sind, Patienten nach einem Suizidversuch gegen deren Willen das Leben zu retten.

Der BGH bestätigte damit zwei Freisprüche der Landgerichte in Berlin und Hamburg, die entschieden hatten, dass der Wille der Patienten zählt. Zwei Mediziner hatten körperlich kranke Menschen nach der Einnahme tödlicher Medikamente bis zum Tod begleitet. Maßnahmen zur Rettung ergriffen sie nicht. Daraufhin wurden sie wegen Tötungsdelikten angeklagt. In beiden Fällen sei es der klare Wille der Patienten gewesen, ihr Leben zu beenden, so die Gerichte.

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