Was denken die Soldaten über ihre Ministerin?

AKK frühstückt mit der Afghanistan-Truppe

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3. Dezember 2019 - 21:27 Uhr

Von RTL-Reporter Thomas Berding

Annegret Kramp-Karrenbauer kennt keine Berührungsängste. Frühmorgens um sieben Uhr schiebt sie ihr Frühstückstablett mit Kaffee und Baguette auf den Tisch und setzt sich neben eine Gruppe Soldaten. Einige schauen leicht irritiert, wundern sich dann aber, wie schnell sie mit ihrer Verteidigungsministerin ins Gespräch kommen. 5000 Kilometer entfernt von der Heimat erkundigt sich AKK nach den Sorgen der Soldaten. Die deutsche Kantine des Feldlagers Marmal im Norden Afghanistans ist alles andere als gemütlich, aber am Tisch der Ministerin ist die Atmosphäre locker und unverkrampft. "So wie sie sich gibt, das ist meine Ministerin", schwärmt ein erfahrener Afghanistansoldat.

AKK auf der Flucht vor der SPD

Annegret Kramp-Karrenbauer in Afghanistan
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer besucht die Truppe in Afghanistan.
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Kramp-Karrenbauer ist aber nicht nur Ministerin, sondern auch CDU-Chefin. Deshalb muss sie sich in Afghanistan auch mit der neuen SPD-Spitze beschäftigen. Von den mitreisenden Journalisten wird sie gefragt, wie lange die Groko noch hält. Sie selbst weiß es auch nicht und viel lieber beschäftigt sie sich mit den Problemen in Afghanistan und ihren Soldaten.

Bei denen hat sich inzwischen rumgesprochen, dass AKK zuhören kann und sich für Ihre Soldaten einsetzt. Als sie die Malitruppe besuchte, hatte sie erfahren, dass der Marketender wochenlang weniger Artikel verkauft hatte. Die Regale sollten voll sein bei ihrem Besuch. Die Ministerin war stinksauer, als sie davon hörte.

Sie weiß, was Kameradschaft bedeutet

Viele Soldaten sagen, die Saarländerin ist einfühlsamer und zugänglicher, als die kühle Niedersächsin Ursula von der Leyen. Das liegt wohl auch an Kramp-Karrenbauers privaten Hintergrund. Ihr Mann arbeitet im Bergbau, ihr Sohn bei der Polizei. Sie weiß daher, was Kameradschaft bedeutet.

Aber auch ihre Politik gefällt den Soldaten im Camp Marmal. Kramp-Karrenbauer will, dass die Bundeswehr mehr Verantwortung übernimmt und zu Auslandseinsätzen nicht nur Sanitäter und Logistiker schickt. "Deutschland darf sich nicht immer raushalten, wenn es gefährlich wird", sagt mir ein Oberstleutnant. "Wir wollen endlich einen ganz normalen Platz einnehmen, neben den Soldaten anderer Nationen." 

Der Soldat ist Ausbilder und klagt darüber, dass er afghanische Soldaten nur in geschlossenen Räumen unterrichten darf. Aus Angst vor Anschlägen. Daran will Annegret Kramp-Karrenbauer aber nichts ändern. 59 Soldaten hat der Afghanistan-Einsatz bereits das Leben gekostet, das Risiko weiterer Opfer ist auch ihr zu groß.