RTL News>News>

Air-France-Chef dementiert Bombenalarm

Air-France-Chef dementiert Bombenalarm

Falscher Alarm

Das an Bord eines Air-France-Flugzeugs gefundene verdächtige Objekt war nach ersten Untersuchungen keine Bombe. Es habe sich um einen falschen Alarm gehandelt, sagte Air-France-Chef Frédéric Gagey. Der Gegenstand habe keinen Sprengstoff enthalten. Er habe aus Karton, Papier und einer Zeitschaltuhr bestanden, die an einen Küchenwecker erinnere und war auf der Bordtoilette hinter dem Spiegel deponiert. "Wir werden die Untersuchung abwarten", so Gagey.

Air-France-Chef dementiert Bombenalarm
Die Passagiere mussten das Flugzeug über die Notrutschen verlassen.
dpa, Str

"Alle Informationen, über die wir zu diesem Zeitpunkt verfügen, deuten darauf hin, dass das Objekt nicht in der Lage war, eine Explosion auszulösen. Wir wissen natürlich nicht, wer das gefertigt hat". Die Boeing 777 mit 459 Passagieren und 14 Besatzungsmitgliedern war auf dem Weg von Mauritius nach Paris, als der Gegenstand gefunden wurde. Der Langstreckenjet landete daraufhin kurz nach Mitternacht Ortszeit am Sonntag auf dem nächsten Flughafen, in der Hafenstadt Mombasa.

Alle Passagiere wurden über Notrutschen aus dem Flugzeug gebracht, wie Air France mitteilte. Kenianische Fachleute entfernten den verdächtigen Gegenstand; er wurde nach Angaben des kenianischen Polizeichefs Joseph Boinnett von Sprengstoffexperten untersucht. Das Innenministerium in Nairobi erklärte über Twitter, die Untersuchung dauere noch an - zu den Ergebnissen äußerten die kenianischen Behörden sich zunächst nicht. Innenminister Joseph Nkaissery erklärte, einige Passagiere seien nach der Evakuierung des Flugzeugs von der Polizei in drei Hotels befragt worden. Örtlichen Medienberichten zufolge konzentrierten sich die Ermittler auf zwei Verdächtige. Die Polizei bestätigte dies jedoch zunächst nicht.

Gagey sagte, das Kabinenpersonal habe vor dem Start auf Mauritius alle Schränke der Bordtoiletten kontrolliert. Der Gegenstand bestehe aus Dingen, die normalerweise nicht an Bord zu finden seien. "Wir werden natürlich Anzeige erstatten für diese dummen, schädlichen und absolut inakzeptablen Taten", sagte Gagey.

Air France schickte eine Ersatzmaschine nach Mombasa, mit der die Passagiere von Flug AF 463 noch am Sonntagabend nach Paris aufbrechen sollten. Der Fluggast Benoît Lucchini schilderte in einem vom französischen Fernsehsender 'BFMTV' ausgestrahlten Interview, dass die Fluggäste plötzlich gemerkt hätten, wie die Maschine in den Sinkflug ging. "Wir wussten nicht, was wirklich los war", sagte Lucchini. Es sei von einem technischen Problem die Rede gewesen. Das Kabinenpersonal habe vorbildlich dafür gesorgt, dass keine Unruhe aufgekommen sei. Nach dem Zwischenfall in Mombasa blieb der Flughafen der Hafenstadt zunächst für einige Stunden gesperrt.

Frankreich im Visier des Terrors

Der Inselstaat Mauritius im Indischen Ozean, rund 1.000 Kilometer östlich von Madagaskar gelegen, ist bei Franzosen ein beliebtes Urlaubsziel, auch weil ein großer Teil der Bevölkerung dort Französisch spricht.

Frankreich ist seit langem im Visier islamistischer Terroristen. Seit den blutigen Anschlägen von Paris am 13. November wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. In den vergangenen Wochen wurden mehrfach Air-France-Maschinen nach anonymen Drohungen umgeleitet.

Zwei Flugzeuge auf dem Weg aus den USA nach Paris legten nach Drohanrufen Mitte November außerplanmäßige Stopps in Salt Lake City beziehungsweise im kanadischen Halifax ein. Am 7. Dezember landete eine weitere Maschine auf dem Weg von San Francisco nach Paris in Montreal - auch hier nach einer anonymen Drohung.