Chinesen kaufen weltweit kräftig ein

Afrikanische Schweinepest in China: Preise für Wurst und Schnitzel schnellen in die Höhe

Schweinepest in China lässt Fleischpreise in Deutschland steigen
Rippen und Bauchfleisch vom Schwein werden in einem Zerlegebetrieb auf dem Gelände des Fleischgroßmarkts (FGH) verarbeitet. Foto: Christian Charisius/dpa
deutsche presse agentur

Schweinepest-Virus ist für Tiere schnell tödlich

Schnitzel, Wurst und Braten vom Schwein - alles wird teurer. Die Schweinepest in China lässt in Deutschland die Preise in die Höhe schnellen. Denn schon seit einem Jahr grassiert die Afrikanische Schweinepest im Reich der Mitte, dem weltweit größten Produzenten aber auch Konsumenten von Schweinefleisch. Das tückische Virus ist für den Menschen zwar ungefährlich, doch für die Tiere schnell tödlich.

Schweinepest richtet bisher Schäden in Höhe von 127 Milliarden Euro an

"Es ist die gefährlichste Krankheit, die die Schweineindustrie je erlebt hat", sagte die Expertin Cui Ernan vom Unternehmensberater GavekalDragonomics in Peking. Die Hälfte des Schweinebestands in China wurde bereits dahingerafft. Auch der Weltmarkt reicht nicht, um die Versorgungslücke im bevölkerungsreichsten Land der Erde zu füllen.

Schon heute hat die Schweinepest in China mehr als eine Billion Yuan, umgerechnet 127 Milliarden Euro, an direkten wirtschaftlichen Schäden angerichtet, wie Li Defa von Chinas Landwirtschaftsuniversität schätzt. Die Zahl wollte der führende Tierexperte eigentlich geheim halten. "Sie sollte nicht an die Öffentlichkeit", heißt es in seinem Umfeld. Doch geriet die als "realistisch" eingeschätzte Kalkulation aus einem Industrieforum an die Öffentlichkeit, weil mutige Journalisten über die Zahl berichteten.

Chinesische Importeure kaufen jetzt weltweit ein - auch in Deutschland

Überall kaufen Importeure aus China jetzt Schweinefleisch - in Brasilien, den USA und eben auch in Europa. Während sich deutsche Bauern über höhere Schlachtpreise freuen, müssen Verbraucher beim Metzger nun tiefer in die Tasche greifen. Die Preise für Schweinefleisch stiegen im September um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, berichtet Thomas Els von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn.

Die Preise für Fleisch- und Wurstwaren insgesamt legten in diesem Zeitraum um 5,4 Prozent zu. So kostet das Kilogramm Schweinehack heute 5,81 Euro - nach 5,38 Euro vor einem Jahr. Ähnlich kletterte der Preis für Schweineschnitzel von 7,10 Euro auf 7,39 Euro. Für Schweinebraten muss heute 6,18 Euro das Kilogramm hingelegt werden. Vor einem Jahr waren es noch 5,60 Euro.

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Auf Jahre keine Verbesserung der Lage zu erwarten

​So schnell wird sich China von der Schweinepest und den verheerenden Folgen für seine Schweinehaltung aber nicht erholen. Nach allen Erfahrungen wird es "bestenfalls fünf Jahre, schlimmstenfalls viele, viele Jahre" dauern, sagte Cui Ernan von GavekalDragonomics. Die Herausforderungen in den kommenden fünf, zehn oder mehr Jahren seien groß. Dafür sei eine massive Veränderung von den heute in China weit verbreiteten Kleinzüchtern zu Großbetrieben mit strengen biologischen Kontrollen nötig.

Quelle: DPA