Afrikanische Schweinepest im Anmarsch: Drückjagd auf infizierte Wildschweine

13. November 2017 - 18:47 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern zahlt Prämien für erlegte Wildschweine

Bund und Länder wappnen sich für den Krisenfall eines Ausbruchs von Tierseuchen. Dafür ist noch im November eine Übung geplant, um sich auf eine mögliche Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland vorzubereiten. Mecklenburg-Vorpommern ruft sogar zur gezielten Jagd auf Wildschweine auf, die die für Hausschweine tödliche Schweinepest übertragen.

Auch Tschechien geht gegen Schweinepest vor

Rund 80.000 Wildschweine pro Jahr sollen daher allein in Mecklenburg-Vorpommern geschossen werden. Das Land bezahlt sogar Jagdprämien. Wie eine solche Drückjagd abläuft, sehen Sie im Video - RTL-Reporter Stephan Framke hat Jäger dabei begleitet.

Mehr als vier Monate nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen im Südosten Tschechiens hat auch die staatliche Veterinärbehörde ihre Maßnahmen weiter verschärft. Um eine Einschleppung der Tierseuche in Hausschweinbestände zu verhindern, müssen unter anderem Hobbyhalter in der Hochrisikozone rund um die Stadt Zlin ihre Bestände bis zum 1. Dezember notschlachten. Betroffen seien mindestens 160 Tiere, sagte ein Behördensprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Für den Menschen ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich

Die Viruserkrankung verläuft für die infizierten Tiere in der Regel tödlich. Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich, eine Einschleppung in Zuchtbetriebe könnte aber zu großen wirtschaftlichen Schäden führen. Daher wird die Entwicklung im Nachbarland auch in Deutschland aufmerksam verfolgt, zumal Zlin rund 300 Kilometer östlich von Passau entfernt liegt.

Durch den Abschuss der wanderlustigen Tiere soll also eine Ausbreitung der tödlichen Seuche verhindert werden, die über die baltischen Staaten, Polen und zuletzt eben Tschechien immer näher kommt. Doch Wildschweine kennen keine Grenzen. Weil in den Ländern bereits auch Hausschweine betroffen sind, steigt das Risko einer Einschleppung durch den Transitverkehr.

Die Folgen einer Epidemie und einer Notschlachtung wären höhere Preise für die Verbraucher. Noch gibt es jedoch keine Fälle in Deutschland.