Afrikanische Schweinepest droht auszubrechen: Was muss ich jetzt wissen?

10. Januar 2018 - 12:45 Uhr

Behörden warnen auch in Deutschland vor Infektionsgefahr

Die afrikanische Schweinpest ist in Europa auf dem Vormarsch, für viele Experten ist ein Ausbruch in Deutschland nur noch eine Frage der Zeit. Zahlreiche Fälle in Osteuropa erhöhen das Risiko, dass sich die Seuche auch bei uns ausbreitet; die Behörden warnen bereits vor einer Infektionsgefahr. Für den Menschen ist die afrikanische Schweinepest zwar ungefährlich, der Wirtschaft drohen allerdings Millionenschäden. Welche Auswirkungen die Seuche auf den Menschen und Haustiere hat und ob Schweinefleisch jetzt teurer wird, erklären wir im Video.

Afrikanische Schweinepest verbreitet sich im Osten der EU

Bei der afrikanischen Schweinepest handelt es sich um eine Viruserkrankung, die für infizierte Tiere in der Regel tödlich verläuft. Auf Menschen hat der Virus keine Auswirkung. Die Seuche wurde von Wildschweinen über Russland und Georgien in die EU eingeschleppt. In den Ländern vom Balkan bis Polen wurden im letzten Jahr 248 Krankheitsausbrüche bei Hausschweinen und 3.859 bei Wildschweinen festgestellt. Seit Anfang 2018 gab es in Polen laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) 279 Fälle, darunter viele westlich von Warschau.

Für die Wirtschaft könnte eine Ausbreitung der Schweinepest fatale Folgen haben, einen Impfstoff gibt es nicht. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) bezeichnete die Lage als "durchaus ernst". Er rief in der 'Passauer Neuen Presse' zu strikten Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen auf: "Vom Schweinehalter über den Händler bis zum Reisenden muss jeder helfen, die Ausbreitung zu verhindern." Gefahr geht vor allem von Menschen aus, die Essensreste an Raststätten achtlos entsorgen.

Wildschweine werden stärker bejagt

Bund und Länder bereiten sich seit Monaten auf den Ausbruch der afrikanischen Schweinepest in Deutschland vor. Es sollen dafür drei Gefahrenzonen eingerichtet werden. Während in der Kernzone Wildschwein-Kadaver gesammelt werden, sollen in der äußeren Pufferzone Wildschweine intensiv bejagt werden. Forscher vom FLI gehen davon aus, dass die Wildschweinpopulation um mehr als 70 Prozent reduziert werden muss, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern. In Hamburg – wo Wildschweine in manchen Stadtteilen eine Plage sind – wurden die Tiere jetzt zum Abschuss freigegeben.