Über 350 Tiere tot

Mysteriöses Elefantensterben in Botswana

02. Juli 2020 - 19:56 Uhr

Tonnenschwere Dickhäuter an Wasserlöchern verendet

Ihre mehrere tausend Kilo schweren Körper liegen regungslos an Wasserlöchern, die leblosen Dickhäuter scheinen fragil. Seit Anfang Mai wurden im afrikanischen Land Botswana mehr als 350 tote Elefanten entdeckt – und niemand weiß, warum.

Zahl hat sich in zwei Wochen mehr als verdoppelt

Tote Elefanten in Botswana
70 Prozent der toten Dickhäuter wurden in der Nähe von Wasserlöchern gefunden
© Facebook/"Botswana Safari News"

Mitte Juni lagen schon 169 der sanften Kolosse mit langem Rüssel tot im Binnendelta Okavangodelta. Bis heute hat sich die Zahl der verstorbenen Tiere mehr als verdoppelt. Wie "Sky News" berichtet, könnten es aber noch mehr sein. Die Tiere waren sowohl männlich als auch weiblich und aus allen Altersgruppen. Per Luftaufnahme fand die Regierung heraus, dass 70 Prozent der verstorbenen Tiere nahe Wasserlöchern verendeten.

Die Suche nach der Todesursache dauert an. Klar ist laut Behörden aber bereits, dass die beiden wahrscheinlichsten Möglichkeiten – eine Vergiftung durch Menschen oder ein Milzbrand – nicht zum Tode der Tiere führten.

„Das Ausmaß ist erstaunlich“

Dr. Niall McCann, Direktor für Naturschutz der Wohltätigkeitsorganisation National Park Rescue, beschrieb die Situation gegenüber "Sky News" als "katastrophales Wegsterben" und forderte weitere Untersuchungen. "Das Ausmaß ist erstaunlich", erklärte er. "In Botswana lebt ein Drittel der afrikanischen Elefanten und zehn Prozent davon leben in dieser Region. Dies könnte einen echten Einfluss auf die weltweite Population haben."

Dem britischen "Guardian" zufolge hat die Regierung von Botswana nur sehr langsam reagiert. Private Hilfsangebote seien nicht in Anspruch genommen worden. Proben wurden zwar mittlerweile genommen und zur Analyse an Labore geschickt, Testergebnisse werden aber erst in den kommenden Wochen erwartet. Bis dahin könnte das mysteriöse Elefantensterben weitergehen.